
TEC bringt sieben Angestellte, diverse aktive Mitglieder und Körperschaften als Mitglieder zusammen (Unternehmerverbände, Vereinigungen)
1.1 „Travail et Culture", eine regionale kulturelle Einrichtung, die Volksbildung gewidmet ist
Die Arbeit von „Travail et Culture" basiert auf der Überzeugung, das JEDER MENSCH eine KULTUR HAT und dass ARBEIT KULTUR IST. Sie zielt darauf ab, die Arbeitswelt zu untersuchen, im Verhältnis zu kulturellen Veränderungen, die auf sie einwirken. So widmet sich TEC/CRIAC der Schaffung von Kunstwerken, die gemeinsam von Angestellten (oder von Arbeitslosen) und Künstlern, mit Hilfe von Organisationen aus der Arbeitswelt verwirklicht werden: Gewerkschaften, Unternehmensverbände, Arbeitslosenausschüsse, Vereinigungen, Lehrer, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sowie geografische Gemeinden (Städte, zusammengewachsenen Städten, etc.).
Heute schreibt uns die Wirklichkeit vor, dass wir die Arbeitswelt nicht mehr um das Unternehmen zentriert betrachten können. Sie dehnt sich auf die angrenzenden sozialen, familiären, städtischen, wirtschaftlichen und politischen Bereiche aus. Deshalb versucht TEC/CRIAC kulturelle Praktiken und kritische Stellungnahmen von Männern, Frauen und junge Leuten – Arbeitenden und Arbeitssuchenden - zu fördern, an ihren Arbeitsplätzen und an ihren Wohnorten.
1.2 Centre de Recherche, d'Innovation Artistique und Culturelle du Monde du travail („Künstlerisches und kulturelles Forschungs- und Innovationszentrum zur Arbeitswelt")
Unsere zentralen Anliegen sind:
- das Arbeitsumfeld, das soziale Umfeld und das künstlerische Umfeld zusammenzubringen
- den sich entwickelnden Diskurs über Arbeit zu verstehen, egal ob von Gewerkschaften, Aktivisten oder Vereinigungen
- über kulturelle Handlungen zu erklären, auf welche Weise die wirtschaftlichen und sozialen Situationen der Arbeitswelt zunehmend komplexer und brutaler werden
1.3 Verbindung von Ressourcen
Wir engagieren uns in verschiedenen Partnerschaften:
- Schaffung und Verbreitung der künstlerischen Arbeiten für und mit Arbeit im Rahmen von Künstler-Residencies
- Ausbildung von Aktivisten, Community Animatoren und gewählten Mitgliedern von Unternehmensverbänden
- technischen und künstlerischen Rat von Arbeitervereinigungen, angegliederten und pädagogischen Partnern
- Gestaltung und Management von Schulworkshops zum Thema ‚Unterschiedliche Formen der künstlerischen Praxis’
- Empfang von Auszubildenden
2.1 Ma vie s'appelle „peut être" („Mein Leben heißt ‚vielleicht’ “)
„Ma vie s'appelle ‚peut être' " ist ein Projekt, das auf dem Thema ‚Arbeitsplatzunsicherheit’ basiert. Es fand in Valenciennes statt, als die Stadt regionale Kulturhauptstadt war und dauerte etwas länger als ein Jahr. Wie gehen Menschen mit der Gefährdung ihres Arbeitsplatzes an ihrem Arbeitsplatz, zu Hause oder in ihren sozialen Beziehungen um? Wie gestalten und entwickeln sie auf dieser Grundlage ihr Leben weiter? Was für eine Stimme haben sie in der Gemeinschaft und wie können sie am öffentlichen Diskurs teilhaben?
Der Grundstock dieses Abenteuers ist der Einsatz und die Arbeit zweier Künstlern-in-Residence, des bildenden Künstlers Paul Bloas und des Schriftstellers Jean Bernard Pouy. Ihre Begegnungen mit Menschen in prekären Lebenssituationen, ihre Bereitschaft Schwäche, Unsicherheit, Instabilität, Vergänglichkeit und Mangel über Bilder und Worte zu vermitteln und zu interpretieren, machte eine grundlegende Phase des Projekts aus.
Die Residency führte zu drei eindeutigen Ergebnissen:
> Von September 2007 an prägten 70 „Riesen", die von Paul Bloas gemalt wurden, das Stadtbild, einige begleitet von kurzen Sätzen von Jean Bernard Pouy. Dies waren Anti-Slogans, geschaffen für einen Einblick, zur Interpretation oder sogar zum Erstaunen der Passanten, ob jung oder alt, Stadtbewohner oder Arbeiter, in prekärer Lage oder nicht.
> Während der Tage des offenen Denkmals entspann sich eine Reihe von sechs musikalischen und poetischen Lesungen entlang der Straßenbahnlinie, die mit den Figuren der Bilder in Kommunikation trat.
> Das Buch „ Ma vie das s'appelle ‚peut être' ", veröffentlicht im Februar 2008, beinhaltet eine „epische" Geschichte mit einer Collage aus Bildern von J.B. Pouy, Fotos von den Bildern in der Stadt von Paul Bloas und einen Text des Journalisten Laurence Mauriaucourt darüber, „wie Kunst die Gemeinschaft beeinflusst"; Letzteres ist eine ausführliche und subjektive Aufzeichnung der häufig kontroversen Reaktionen der Passanten, als sie die Arbeiten, die selbst prekär sind, entdeckten.
2.2 Le Cabaret de l'union („Gewerkschaftskabarett")
Die Schaffung von „le Cabaret de l'union" entsprang dem Verlangen über künstlerische Performances die Veränderungen in der Arbeitswelt zu hinterfragen. Es öffnete seine Türen in Roubaix im Januar 2006 in Partnerschaft mit und im Herzen von dem Archive Nationales du Monde du Travail (ANMT – Nationalarchiv für Arbeit) und mit Unterstützung der Stadt Roubaix.
> Als ein Ort für Diskussionen und den Austausch versucht das Kabarett vor allem Arbeiter als Hauptfiguren in der Reflexion über Arbeit zu positionieren.
> Als Performanceraum, der stark in den Zielen von „Travail et Culture" verankert ist, hat das Kabarett ein Kino mit 200 Sitzen, einen Veranstaltungraum für Diskussionen und kleinflächige Live-Performances (das Kabarett bietet Raum für 90, von denen 70 sitzen können), sowie einen Ausstellungsraum. Wir wollten, dass es warm und freundlich ist, mit einer Bar und Essen, so dass es an die Arbeiterkabaretts erinnert, die Anfang des letzten Jahrhunderts in Roubaix florierten.
Das „Cabaret de l'union" ist ein Ort für Austausch und Performances - ein Ort, der Ideen für die Zukunft inspiriert.
Die Verantwortung für die Gestaltung des Raumes ist dem Künstlerkollektiv BAZATO von „Rita" in Roubaix übertragen worden. Der Eintritt ist frei.
Aus unserer Perspektive und in unseren täglichen Interventionen (Travail-Cultures „Koproduktion" in einem sozial- oder arbeitsspezifischen Kontext), sehen wir echten Müßiggang im Rahmen von Arbeit bei gleichzeitig bestehender Arbeitslosigkeit und Arbeitzunahme, um Yves Clot (Professor für industrielle Psychologie am CNAM) zu zitieren. Müßiggang in dem Sinn, dass mit den beschleunigten Veränderungen der Arbeit der Raum insbesondere für unternehmerisches Handeln abnimmt, für Arbeitsaufgaben, für kollektive Arbeitsaufgaben und sogar noch stärker der mögliche Anteil an einer kulturellen Aufgabe...
Jedoch wie alle, mit denen wir zusammen arbeiten, glauben auch wir, dass es dringend notwendig ist, unsere Vorstellung zu bestätigen, dass Arbeit in ihren heutigen Formen nicht immer eine sinnlose Entfremdung bedeuten kann.
Die unerschöpfliche Fähigkeit derer, die produzieren, um eine subtile, konkrete Intelligenz zu schaffen, der vorgegebenen Aufgabe einen Teil von sich zu geben, bleibt dennoch für uns eine harte Realität, selbst wenn das absichtlich ignoriert wird.
Daher beobachten wir auf jeder Sitzung, mit jeder Handlung, die wir im Unternehmen begehen, dass Angestellte eine Arbeit verrichten, die nicht nur ihr vollständiges Verständnis des Produktes oder des Services, sondern auch der Welt einschließt und der Menschen, auf die die Produktion ausgerichtet ist.
„Travail et Culture" betont die Anteile der Arbeit und der Ausführung, die an dem Emanzipations- und Anders-sein-Prozess mitwirken, um einen Widerstand gegen die bestehende Strategie zu erzeugen. Künstlerisches Schaffen wird dann ein unbestreitbarer Weg, Arbeitsumfelder sowie Arbeit selbst zu hinterfragen.
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