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Sponsoring und alternative Finanzierungsmöglichkeiten im Kulturbereich

Ausweitung der steuerlichen Unterstützung für kulturelle Aktivitäten

Da es immer schwieriger wird, Subventionen von öffentlicher Seite zu erhalten, müssen sich Kulturorganisationen in Europa verstärkt nach alternativen Möglichkeiten umsehen, um ihr Erwerbseinkommen zu verbessern. Zu diesen Möglichkeiten zählen:

  • Sponsoring durch Unternehmen
  • Treuhandverwaltung und Stiftungen
  • Steuerbegünstigte Spenden durch Einzelpersonen
  • Lotterien und Kredite

In Europa sind „private Spenden“ (Unterstützung der Kunst durch Einzelpersonen und den Wirtschaftssektor) wesentlich weniger stark entwickelt als in den USA, wobei die Gründe dafür mit der öffentlichen Politik und der Gesetzgebung in Bezug auf Steuerbegünstigungen zu tun haben. In den USA stellen Spenden durch Einzelpersonen den bei weitem größten Teil „privater“ Förderungen dar, gefolgt von jenen durch Stiftungen und Unternehmen. Gemeinsam machen diese drei Formen mehr als 40% der jährlichen Gesamteinnahmen auf dem amerikanischen Kultursektor aus. Aus der amerikanischen Praxis kann man viel lernen – und auf Europa angepasst anwenden. Öffentliche Finanzierungsstellen (z.B. Ministerien, regionale und lokale Regierungen sowie Kunsträte) müssen auf ganz andere Art als üblich adressiert werden.

Spenden durch Unternehmen und Sponsoring

Generell gesprochen nimmt die Unterstützung der Kunst durch Unternehmen zwei Formen an:

  • Spenden des Unternehmens aus einem Wohltätigkeitsbudget, die mit Steuerbegünstigungen für das Unternehmen einhergehen. Bei solchen Spenden muss es sich nicht um große Summen handeln, da das Unternehmen daraus, abgesehen von einer geringfügigen Verringerung seiner jährlichen Steuerbasis, keinen direkten kommerziellen Gewinn bezieht. Daraus ergibt sich, dass es sich bei allen Unterstützungen auf diesem Weg wahrscheinlich um einmalige und beschränkte Spenden handelt, die nicht im Rahmen einer Mehrjahresvereinbarung erfolgen.
  • Sponsoring wird normalerweise über das Werbe- oder Marketingbudget eines Unternehmens finanziert und stellt eine erhebliche Wirtschaftstransaktion dar. Das Unternehmen erwartet wahrscheinlich einen quantifizierbaren Vorteil – beispielsweise in Bezug auf das Corporate Image, die Publicity, Glaubwürdigkeit oder öffentliche Zustimmung, Unterhaltung, Beziehungen zu Mitarbeitern und/oder der Gemeinde. Unternehmen nehmen ihre soziale Verantwortung heute sehr ernst, wobei die lokale Entwicklung, die Umwelt und gute Arbeitgeberpraktiken wichtige Faktoren darstellen.
Ansprechen potenzieller Sponsoren – allgemeine Ratschläge

Um ein Sponsoring zu erhalten, benötigen Sie effektive Strategien für die Kommunikation mit dem Markt. Da Sponsoring aus individuell vereinbarten „Deals“ besteht, ist es wichtig, dass die Vorteile für beide Parteien klar sind. Potenzielle Sponsoren suchen einfallsreiche, professionelle Partner, die ihnen einen Geschäftsvorteil zu einem günstigeren Preis als auf kommerziellem Weg verschaffen – also verkaufen Sie sich keinesfalls zu billig! Informieren Sie sich über Partner, die bereits zuvor von dem Unternehmen gesponsert wurden, das Sie gerne ansprechen würden. Ein voll ausgearbeiteter Geschäftsplan inklusive einem realistischen Budget und Zeitplan ist erforderlich. Denken Sie dabei nicht nur an Cash. Unterstützung in Sachmitteln und „kostenlose“ Beratung durch spezialisierte Experten können einen wertvollen Bestandteil jedes vereinbarten Pakets darstellen. Es gibt keine Zauberformel, um den Erfolg bei der Beantragung finanzieller Mittel sicherzustellen, lediglich die grundlegende Voraussetzung in Form intelligenter und gründlicher Recherchen und einer ordentlichen Vorbereitung. Suchen Sie nicht einfach beliebige Kontakte aus einer Ressourcenliste heraus, um diese um Geld zu bitten. Kein Unternehmen reagiert auf solche zufällig zustande gekommenen Anliegen. Die Beziehung erfordert Klarheit, gegenseitiges Vertrauen und Ehrlichkeit.

Dachverbände für Sponsoring

In vielen europäischen Ländern gibt es heute nationale Dachverbände, die das kommerzielle Sponsoring von Kunst und Kulturerbe fördern. Bedenken Sie, dass diese größtenteils zum Wohl des Unternehmenssektors existieren und nicht geschaffen wurden, um Sponsoren für Antragsteller zu suchen – auch wenn sie manchmal von Regierungen unterstützt werden, die eine Ausweitung kultureller Finanzierungsquellen fördern möchten. Erfolgreiche Sponsoring-Vereinbarungen können nur als einzigartige Transaktionen verhandelt werden. Einige der Dachverbände bieten jedoch nützliche Dienstleistungen (z.B. Empfehlung von Vorstandsmitgliedern mit Geschäftsfähigkeiten, Mentoring, Rat für den Umgang mit Privatunternehmen, usw.). The European Committee for Business, Arts and Culture (CEREC), die pan-europäische Sponsoring-Organisation, bietet auf seiner Website eine ausgezeichnete „Tipps“-Seite.

Treuhandverwaltungen und Stiftungen

Kommerzielle Unternehmen gründen manchmal ihre eigenen Stiftungen – ebenso wie wohlhabende Einzelpersonen, die im Handel, in der Industrie oder im Finanzsektor ein Vermögen erwirtschaftet (oder geerbt) haben (z.B. Carnegie, Bertelsmann, Gulbenkian, Ford, Mellon, Soros, usw.). Stiftungen unterliegen den Gesetzen jenes Landes, in dem sie registriert sind und sind normalerweise verpflichtet, klare Ziele, Regeln und Kriterien zu veröffentlichen. Die Art der unterstützten Programme kann von Jahr zu Jahr variieren, doch im Allgemeinen werden immer dieselben Sektoren begünstigt.

Gründliche Recherchen sind unerlässlich für ein erfolgreiches Ansuchen: eine Wunschliste allein wird keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Stiftungen werden naturgemäß keine regelmäßige, langfristige Förderung für dieselben Antrag stellenden Organisationen bieten – werden aber zweifellos erwarten, dass jedes von ihnen finanzierte oder unterstützte Programm einen Nachweis über seinen Erfolg und seine Nachhaltigkeit erbringt. Da viele Stiftungsprogramme so ausgelegt sind, dass sie die Antragssteller zu einem erfolgreichen Umgang mit Veränderung ermutigen, wird ein praktischer Plan mit klaren Zielen wahrscheinlich mehr Erfolg zeitigen.

Steuerbegünstigte Spenden durch Einzelpersonen

Die nationale Gesetzgebung bestimmt über die Steuerbegünstigungen für Einzelpersonen, die als Spender für Kulturorganisationen oder -projekte auftreten. Es kann sich dabei um eine erhebliche Einmalspende (wie etwa bei der Vererbung) oder kleinere, über einen längeren Zeitraum verteilte Beträge (wie bei einer langjährigen Verpflichtung oder Spenden mittels Gehaltsabzug) handeln. Insgesamt kann dies eine zusätzliche Einnahmequelle darstellen, die einige Recherchen wert ist.

Lotterien und Kredite

Einige Stiftungen und Schenkungen setzen auf die Einnahmen von Lotterien und nehmen eine Zwischenposition zwischen dem streng privaten und dem streng öffentlichen Bereich ein. Ihre Regeln ähneln wahrscheinlich stärker den öffentlichen Finanzierungskriterien und der öffentlichen Rechenschaftspflicht und erfordern eine sorgfältige Prüfung hinsichtlich der Anwendbarkeit, usw.

Sichere öffentliche Förderungen sind (ausgenommen für prestigeträchtige Institutionen) immer schwieriger zu erhalten und zu behalten, und die Anforderungen an die Rechenschaftspflicht verstärken die Belastung für kleine Organisationen. Das Bemühen um eine kurzfristige Projektförderung oder Starthilfe mittels eines geeigneten „Kredits“ erfreut sich auf dem Kultursektor immer größerer Beliebtheit und ist gegenüber den oft aufgebauschten öffentlichen Abläufen zu bevorzugen. Natürlich sind auch mit diesem Geld bestimmte Bedingungen verknüpft. Doch es gibt eine wachsende Zahl verständnisvoller Geldgeber, die angemessene Konditionen zur Anwendung bringen (z.B. ethische Banken und Institutionen, die Organisationen, die gesellschaftliche und kulturelle Aktivitäten fördern, Kredite gewähren). Es gibt auch einige interessante Beispiele der jüngeren Vergangenheit für europäische Programme, die den Tausch von Waren und Dienstleistungen im Kultursektor auf Basis eines Tauschsystems anstatt gegen bare Münze zum Inhalt haben.

Helfen Sie sich selbst – indem Sie gut nachdenken

Bestimmte Websites helfen Ihnen bei den wichtigsten Überlegungen, die Sie bei der Ausarbeitung eines guten Vorschlags berücksichtigen müssen (der Zweck Ihres Projektes und der Bedarf der Gemeinde nach diesem Projekt; wie Sie die Ziele des potenziellen Partners erfüllen können, usw.). Sie müssen genau verstehen, was jede Quelle anbietet und was diese Quelle in Folge von Ihnen erwartet. (Das kann eine Vielzahl von Faktoren betreffen: Projekt, Kapital, professionelle Entwicklung, Kunstform, Standort, Zielpublikum, wahrscheinlichen Maximalbetrag, passende Förderungen, usw.)

Lesen Sie alle veröffentlichten Kriterien nach und achten Sie darauf, dass Sie diese gänzlich verstanden haben, bevor Sie beginnen, wertvolle Zeit und Mühen in die Formulierung eines Antrags zu investieren. Es ist unglaublich, wie viele erfahrene Antragsteller aus dem Kunstsektor sich selbst aus dem Rennen werfen, weil sie den Geldgebern einen technischen Grund für eine Ablehnung geben. Die Mitarbeiter der Geldgeber können wahrscheinlich alle Fragen beantworten, die in der Phase der Antragerstellung auftreten. Konsultieren Sie diese rechtzeitig vor den Abgabeterminen, doch vergeuden Sie nicht deren Zeit, schließlich könnte Ihnen das in Zukunft zum Nachteil gereichen, wenn diese sich das merken. Berücksichtigen Sie alle technischen Feinheiten des Prozesses (denn auch wenn sie noch so mühsam erscheinen, hat sie jemand aus einem damals berechtigt erscheinenden Grund erfunden) und achten Sie insbesondere auf die Auswahl von unterstützendem Material, das Sie beilegen (wenn die Antragskriterien dies erlauben).

Da die Geldmittel immer knapp sind, versuchen viele öffentliche und private Quellen zunächst, Ihre Erwartungen zu verringern oder Ihnen von Anträgen abzuraten. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken, und bedenken Sie, dass die Geldgeber im Normalfall gerne mehr Projekte unterstützen würden, als ihre begrenzten Mittel erlauben.

Christopher Gordon

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Themenbereich: Kulturförderung
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