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Die Beurteilung des politischen Klimas



Unsere Untersuchung deutet darauf hin, dass es in den meisten europäischen Ländern einen Mangel an staatlicher Unterstützung für solche Kunstprojekte gibt, die sich speziell mit dem Klimawandel beschäftigen. Oft werden Projekte unterstützt, die sich an ein bestimmtes, auf den Klimawandel bezogenes Ereignis anlehnen, aber nicht innerhalb eines strategischen Rahmens. Zum Beispiel fanden in Dänemark 2009 vor dem COP15 Event vielfältige Aktivitäten und Projekte mit einem Klimawandel-Fokus statt, aber anschließend gab es kein themenspezifisches Regierungsprogramm und keinen Finanzierungsschwerpunkt. In einigen Fällen nehmen Lokalregierungen und örtliche Sponsoren die Herausforderung an und unterstützen Kunstprojekte, die auf den Klimawandel reagieren, vor allem in Verbindung mit Kunst im öffentlichen Raum, Festivals, spontanen Veranstaltungen, etc.

“Unsere fünf Jahre alte Organisation will Künstler zu höherem Engagement gegen den Klimawandel motivieren. Dieses Ziel verfolgen wir über Veranstaltungen die viele verschiedene Künstler und andere mit Expertise in wissenschaftlichen und politischen Fragen rund um das Thema zusammenbringen”

Peter Gingold, Co-Direktor von TippingPoint

Die britische Regierung nimmt eine bedeutende Position bezüglich des Klimawandels ein: Großbritannien ist das einzige Land weltweit, in dem es ein Klimagesetz mit verbindlichen Zielen für die Emissionsreduzierung gibt. Das Arts Council England hat die Bedeutung des Themas erkannt und sucht noch immer nach praktikablen Wegen, um sich mit ihm auseinanderzusetzen (abgesehen von der Bereitstellung bescheidener Mittel für ein paar kleine Organisationen). TippingPoint scheint die einzige nationale Organisation in Großbritannien zu sein, die speziell zum Thema Klimawandel künstlerische Arbeiten in Auftrag gegeben hat. Die Organisation bietet eine Reihe von Aktivitäten an, deren Ziel es ist, Künstler aller Kunstformen mit den enormen Herausforderungen des Klimawandels in Kontakt zu bringen und arbeitet dabei mit Wissenschaftlern zusammen, die sich an vorderster Front mit dem Thema auseinandersetzen. TippingPoints Rolle ist die eines Katalysators. Die Organisation sucht neue Wege, das Engagement von Künstlern für dieses komplexe Thema zu erhöhen. Sie bietet ein effizientes Beispiel dafür, wie Künstler globale Probleme reflektieren, indem sie sich auf etwas Lokales konzentrieren.

Das PESETA Projekt (Projection of Economic Impacts of Climate Change in Sectors of the European Union Based on Bottom-up Analysis, 2009; dt.: Projektion der wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels in Sektoren der Europäischen Union auf Basis einer Bottom-up Analyse) [1] führt die erste regional ausgerichtete, sektorübergreifende, integrierte Beurteilung der Auswirkungen des Klimawandels auf die europäischen Wirtschaft durch. Die Hauptmotivation des PESETA Projekts ist es, zu einem besseren Verständnis der möglichen physischen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels in Europa im 21. Jahrhundert beizutragen, wobei besonderes Augenmerk auf den sektoralen und geografischen Dimensionen lag.

Das Projekt schlägt zudem einen innovativen Modellierungsrahmen vor, der wertvolle Erkenntnisse für die Anpassungsmaßnahmen auf pan-europäischer Ebene liefern kann, in dem für die nationalen Akteure relevanten geografischen Maßstab. Fünf verschiedene Auswirkungsbereiche wurden thematisiert: Landwirtschaft, Flusshochwasser, Küstensysteme, Tourismus und Gesundheit.

[1] PESETA wurde vom JRC/IPTS (Economics of Energy, Climate Change and Transport Unit) koordiniert und beteiligte zehn Forschungsinstitute.


Forschungsergebnisse: Eine kollektive Reaktion


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