
Diane Dodd und Melle Lyklema, Boekmanstichting
Kathinka Dittrich van Weringh, European Cultural Foundation/ LabforCulture
Ziel dieser Studie war es, Dokumente zu den Regelungen der externen Zusammenarbeit der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten mit Drittländern im Kulturbereich zu sammeln und zu erfassen. Dies ist erfolgt, um einzuschätzen, in welchem Maß die EU-Mitgliedsstaaten eine Stärkung der Kulturkomponente in den EU-Außenbeziehungen und der Außenpolitik unterstützen.
Die Durchsicht hunderter politischer Dokumente, Berichte, Aussagen auf offiziellen Webseiten und anderer Studien deutet darauf hin, dass von den EU-Mitgliedsstaaten Offenheit für eine Zusammenarbeit in der auswärtigen Kulturpolitik signalisiert wird, besonders da, wo die EU Initiativen der Mitgliedsstaaten unterstützen und ergänzen würde. Unterstützung ist klar erkennbar in den politischen Aussagen aller EU-Länder und in der Tatsache, dass alle den Vertrag von Maastricht und die darauf erfolgten Änderungen (Vertrag von Amsterdam) unterzeichnet haben. Der Vertrag erklärt nun, dass die EU-Mitgliedsstaaten „kulturelle Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten mit Drittländern und kompetenten internationalen Organisationen fördern” wird.
Die Untersuchung hat auch Anzeichen für bestehende Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten und Drittländern in politischen Schlüsselbereichen gefunden. Viele Initiativen zeigen klar eine Unterstützung für interkulturelle und multikulturelle Zusammenarbeit, zum Beispiel die breite Teilnahme von Mitgliedstaaten an interregionaler Zusammenarbeit. Darüber hinaus gibt es im Rahmen der EU-Politik vielfach eine Bereitschaft dafür, auf den bestehenden zwischenstaatlichen Kooperationen aufzubauen.
Die Untersuchung machte deutlich, dass die geografischen Schwerpunkte von Mitgliedstaaten in der externen Kulturpolitik den geografischen Schwerpunkten der derzeitigen auswärtigen Kulturprogramme mit kultureller Komponente entsprechen. Es ist beispielsweise offensichtlich, dass EU-Partner-Staaten und Nachbarländer von höchster Bedeutung für die EU-Mitgliedsländer sind, was in Einklang mit der derzeitigen EU-Politik steht, Nachbarschaftsbeziehungen zu fördern. Bei Unterstützung oder Einführung einer stärkeren kulturellen Komponente in diesem Bereich würde die EU wahrscheinlich von den Mitgliedsstaaten unterstützt werden.
Geografische Ähnlichkeiten in der Politik zwischen Mitgliedstaaten reichen über die Unterstützung für die unmittelbaren im Süden und Osten angrenzenden Nachbarn der EU hinaus. Beide, alte und neue EU-Mitgliedstaaten, bemühen sich, in ihren Beziehungen zu Russland und den Vereinigten Staaten um ein Gleichgewicht. Im Gegensatz dazu pflegt die EU keine ausdrücklich kulturellen Beziehungen über Bildungsprogramme hinaus.
Einige größere, ehemalige Kolonialmächte (z.B. Frankreich und Großbritannien) erhalten aus mehreren Gründen enge Beziehungen zu ihren früheren Interessengebieten im sub-saharischen Afrika, dem Mittleren und Fernen Osten aufrecht. Diese Beziehungen korrelieren direkt mit den EU APC-Programmen und der ASEAN-Initiative der EU und ihrer Mitglieder. Einige kleinere EU-Mitgliedstaaten haben auch lokale Interessen in diesen geografischen Regionen, z.B. die Niederlande in Indonesien, Surinam und Südafrika, und Portugal in einigen seiner früheren Kolonien. Viele andere EU-Nationen, große und kleine, sehen Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit in Ländern des Fernen Ostens wie China und Indien, zusätzlich zu den bereits guten Beziehungen, die mit Japan gepflegt werden (hauptsächlich auf Handelschancen basierend). Während die Gründe für die Zusammenarbeit unterschiedlich sein mögen, sind die Gemeinsamkeiten zwischen den EU-Mitgliedstaaten auffallend und öffnen Möglichkeiten für multilaterale Initiativen.
Einige EU-Mitgliedstaaten haben sehr spezielle geografische Interessen, die kaum in EU-Programmen widergespiegelt werden, wie etwa Spaniens Interesse an Lateinamerika und Lettlands Interesse an seinen Emigranten-Communities in verschiedenen Drittländern.
Diese Untersuchung hat zweifellos keine großen Interessenkonflikte identifiziert, die zukünftige koordinierte Aktivitäten behindern oder verhindern könnten.
Drei Hauptziele
Drei Hauptziele in der gemeinsamen auswärtigen Kulturpolitik kamen in dieser Studie zum Vorschein:
Sicherheit
Die Europäische Union würde zweifellos unterstützt werden in der Koordination auswärtiger Kulturpolitik mit dem Ziel, den interkulturellen Dialog zu fördern und Vorurteile und Intoleranz abzubauen, die andernfalls Konflikte verursachen könnten. Die EU könnte als eine Kraft entworfen werden, die hilft, gegenseitiges Verständnis zu fördern und Konflikte zu lösen.
Neue Trends können in der Außenpolitik aller EU-Mitgliedstaaten festgestellt werden, was eine zweigeteilte Herangehensweise an die internationale Kulturpolitik nahe legt - basierend auf der Akzeptanz und der positiven Haltung zur multikulturellen Natur der europäischen Gesellschaften und dem künstlerischen/ wirtschaftlichen Reichtum, den Immigranten einbringen können.
Wahrnehmung
Die EU erhielte zweifellos Unterstützung darin, kulturelle Komponenten in der Außenpolitik zu schaffen, die ein starkes, einheitliches Bild von Ländern entwerfen, die in einer Atmosphäre des Respekts und der kulturellen Vielfalt zusammenarbeiten. Die EU würde als eine positive und zukunftsgerichtete Einheit in der globalen Gemeinschaft betrachtet werden.
Wirtschaftliche Entwicklung
Die EU würde zweifellos darin unterstützt werden, kulturelle Komponenten der Außenpolitik zu entwickeln, um kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zu fördern. Die EU könnte anvisieren, breitere Märkte für Europas gewaltiges kulturelles Erbe und seine Kulturindustrien zu entwickeln und logistische Zusammenarbeit zu fördern, die allen EU-Mitgliedsstaaten nützen würde.
Eines der stärksten Argumente für eine verbesserte Koordination und größere Anreize für EU-Aktivitäten gründet sich auf der Diskrepanz zwischen weitgehend geteilten Interessen und Absichten auf der einen Seite, und den Mitteln zu ihrer Umsetzung auf der anderen, sofern man die Leistungsfähigkeit der größeren und kleineren EU-Mitgliedsstaaten berücksichtigt.
Viele stimmen darin überein, dass eine große Herausforderung für die EU darin liegt, die Interessen und Möglichkeiten im Gleichgewicht zu halten, um im Ausland eine gemeinsame europäische Vision zu teilen und damit gleichzeitig den inneren europäischen Zusammenhalt zu stärken. Laut der Studie zur Politik der Mitgliedsstaaten und den weniger offiziellen Aussagen dahinter, scheinen viele „EU-Unterstützer” die Konsequenzen einer koordinierten Politik aus Angst vor Etatverpflichtungen und der Kritik, die die Entwicklung zusätzlicher „bürokratischer Strukturen” auf sich ziehen kann zu scheuen.
Empfehlungen für weitere Untersuchungen
Daher wird eine Folgeuntersuchung vorgeschlagen, die ausgesuchte Praktiken untersucht und einen „Realitätscheck” vornimmt. Die hier erbrachten Ergebnisse müssen mit echten Programmen, Etatverbindlichkeiten usw. abgeglichen werden. Ziel wäre es, zu klären, in welchem Ausmaß die Regelungen, die in diesem Bericht benannt werden tatsächlich befolgt werden, wohin die aktuellen nationalen Debatten in diesem Themenbereich führen, und welches Niveau an Zusammenarbeit derzeit schon besteht. Interviews mit Ministern und Schlüsselfiguren in jedem Land würden eine klarere Analyse darüber stützen, ob die politischen Aussagen, die von Mitgliedstaaten gemacht werden, auf Tatsachen beruhen und von entsprechenden Programmen belegt werden. Es wäre außerdem sinnvoll, den Erfolg kooperativer multilateraler Kulturaktivitäten im Vergleich mit bilateralen Kulturaktivitäten zu beurteilen.
Weitere Untersuchungen darüber, welche Rollen Institutionen mit einem Auslandsmandat, Nichtregierungsorganisationen und sogar Organisationen des Privatsektors in der multilateralen Zusammenarbeit spielen, werden ebenso benötigt. Während Regierungen die Entscheidungsgewalt darüber obliegt, ob eine koordinierte Europapolitik entwickelt wird oder nicht, könnten Anhaltspunkte für mögliche Verfahrensweisen in der Zusammenarbeit, die die EU formen könnte, eine zukünftige koordinierte Außenkulturpolitik attraktiver machen (ein Beispiel hierfür wäre das Konzept, gemeinsam mit anderen Anteilseignern „Partnerschaften” zu bilden). Vor allem könnte die Untersuchung „schlanke” Wege erforschen (d.h. keine großen Investitionen erfordernde), um Synergien zu erreichen, gemeinsame Abstimmung und Anreize für gemeinsames Handeln.
Kulturpolitische Richtlinien ändern sich häufig und daher wurde - in Ergänzung zu den zentralen Ergebnissen, die im Buch veröffentlicht wurden - LabforCulture Forschung Online entwickelt, um alle Dokumente und Links zu Webseiten zu veröffentlichen bzw. zugänglich zu machen, die im Zusammenhang mit diesen Studien stehen. LabforCulture Forschung Online wurde seit seiner Veröffentlichung aktualisiert. Nutzer können hier die neuesten Studien und Hinweise finden sowie bis Dezember 2006 neue Publikationen einreichen.
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Analysis of member state culture and external relations policies |
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Culture and the external relations and policies of the European Union |
Annex I
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Annex III - Culture and the external relations and policies of the EU |
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