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Wissensaufbau im 21. Jahrhundert

Online-Diskussion – 7. Juli 2009, 16.00 CET


In der Vergangenheit entsprach Wissen Macht und Kontrolle: Der Zugang zu Informationen war in der Regel begrenzt. Heute dagegen gibt es eine Überfülle an zugänglichen Informationen. Im Internet gibt es eine Informationsflut, so dass wir mit der Suche nach nützlichen Informationen überfordert sind. Deshalb ist die Art, wie wir uns ihnen gegenüber verhalten von entscheidender Bedeutung: Bei Informationen geht es nicht mehr einfach um bloße Wissens- und Datenproduktion: Vielmehr geht es um die Zuweisung und Identifikation von Bedeutung.

Zusammenfassung der Diskussion

Die Diskussion begann mit einer Präsentation von Flickr The Commons – einem besonderen Bereich der Flickr Fotoplattform-Webseite, in dem große Institutionen einen Teil ihrer Archive online gestellt haben und die breite Öffentlichkeit Kommentare hinzufügen und die Sammlungen um Metadaten bereichern kann.

Maaike Toonen und Yvette Hoitink vom Niederländischen Nationalarchiv (Dutch National Archive, DNA) berichteten, wie das in ihrem Fall funktioniert hat und vor allem, inwieweit Nutzer-generierte Schlagworte in der Regel relevanter sind als die meisten der Kommentare, die zu ihren Bilder veröffentlicht werden. Viele vom DNA hochgeladene Bilder erhielten eine neue Bedeutung oder einen Bedeutungsmehrwert durch ihre Ausstellung auf Flickr The Commons. Allerdings sind diese Nutzer-generierten Metainformationen nicht als Ersatz für den offiziellen Thesaurus des DNA gedacht. Die sogenannte „Weisheit der Masse" wird als wertvolle Ergänzung gesehen, die bislang die Autorität eines öffentlichen Museums noch nicht ersetzen kann.

Einige Teilnehmer äußerten sich besorgt darüber, dass Flickr The Commons von einem kommerziellen Anbieter wie Yahoo! (in dessen Besitz sich Flickr befindet) abhängt. Für sie stellt das die Nachhaltigkeit und Objektivität des Projekts in Frage. Eine vergleichbare Initiative, fotopedia, wurde als Alternative zu Flickr genannt. Maaike Toonen betonte, dass Nutzer-generierte Metadaten gefiltert würden, bevor sie in ihre Datenbank zurückgespeist wurden – so würde dafür gesorgt, dass das gemeinsam erworbene Wissen in Einklang mit DNA-Richtlinien stünde und auf lange Sicht zugänglich bleibe.
Ein Teilnehmer merkte an, dass die meisten Kultureinrichtungen für eine so gelagerte digitale Ausrichtung möglicherweise noch nicht bereit sind. Doch das DNA schätzt noch kein Jahr nach Beginn des Projekts die neue Wissensproduktionsart sehr und freut sich darauf, diese weiter anzuwenden – und die Besucher weiterhin eher in aktive Partner statt in passive Nutzer zu verwandeln. Ein erster Baustein auf dem Weg zu neuen Erkenntnissen ist gelegt...

Die Diskussion im Überblick

Warum Flickr The Commons?

  • Welches sind die Hauptmerkmale der „digitalen" Besucher? Worin liegen die Unterschiede zwischen ihnen und traditionellen Besuchern?
  • Schafft das neue interaktive Modell ein anderes Verhältnis zur Öffentlichkeit?
  • Verändert dieses Projekt generell die Art, am DNS zu arbeiten, oder wird es als ein „Extra" gesehen?

Wie wird durch dieses Projekt neues Wissen generiert?

  • Die beiden Möglichkeiten für Besucher, Metadaten hinzuzufügen, sind Kommentieren und Tagging: Welche schafft den größeren Mehrwert?
  • Wie hoch sind Qualität und Zuverlässigkeit der Metadaten, die von der Community hinzugefügt werden?
  • Beteiligt sich die Community unterschiedlich je nach Gegenstand der Foto-Serie?

Was passiert als nächstes?

  • Das Projekt begann im Oktober 2008. Was sind heute die Ergebnisse?
  • Bestehen Pläne, diese neuen Methoden zur Wissensgenerierung in anderen Projekten zu nutzen?

Geladene Referenten


Maaike Toonen ist im Flickr The Commons-Projekt am Niederländischen Nationalarchiv (DNA) tätig.

Das DNA veröffentlicht regelmäßig Online-Fotografien aus seiner umfangreichen Sammlung in einem Flickr Fotostream, an dem sich Nutzer erfreuen und den sie kommentieren und ergänzen können. Die Ziele des Nationalarchivs sind:

  • Das Wissen über seine historischen Foto-Sammlungen durch Wissen der Nutzen zu erweitern, und
  • mit Wissen rund um Social Tagging zu experimentieren.

Transkript der Diskussion zum Lesen anklicken

Das Protokoll ist nur auf Englisch verfügbar.
Possibly art and culture might be able to play a significant role in this process. Isn’t art exactly about attributing and allocating meaning to reality, providing new ways to relate to existing data? How can culture help us sail the oceans of digital information and knowledge, by creating meaning?


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