
von Annette Wolfsberger | Credits
Neuerscheinung: Cultural Bloggers Interviewed („Kulturblogger im Interview“)
Kulturblogging ist (noch) keine bekannte Kategorie innerhalb der Blogosphäre. LabforCulture wollte daher mehr darüber erfahren. Wer blogt? Worüber wird geblogt? Welche Zielgruppen und Communities werden angesprochen? Was sind die dahinter stehenden wirtschaftlichen Modelle und wie nachhaltig sind sie? Dies sind einige der Fragen, denen in der neuen Veröffentlichung Cultural Bloggers Interviewed (Kulturblogger im Interview) nachgegangen wird.
Gemeinsam mit Annette Wolfsberger sind wir in die kulturelle Blogging-Szene mit einer Interviewreihe über neun renommierten europäischen Bloggern eingetaucht, darunter: Anne Helmond, Robert Misik, Alek Tarkowski, Marta Peirano und José de Vicente, Alessandro Ludovico und Régine de Batty.
Die Blogger wurden im Jahr 2009 interviewt und gebeten zu ihrer Motivation, ihren Geschäftsmodellen und den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben haben, dass sie einen Blog begonnen hatten, Auskunft zu geben. Mit der zum Nachdenken anregenden Einführung von der Guardian-Journalistin und Bloggerin Mercedes Bunz über die Rolle der Blogs, ist diese Publikation ein Muss für jeden, der sich mit der künftigen Rolle der Kulturblogger und Online-Veröffentlichungen auseinandersetzen will.
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Cultural Bloggers Interviewed
Redaktion: Nicola Mullenger und Annette Wolfsberger
Verlag: LabforCulture
Mitwirkende: Mercedes Bunz; Régine Debatty; Anne Helmond; Michelle Kasprzak; Alessandro Ludovico; Marco Mancuso; Robert Misik; Marta Peirano; Alek Tarkowski und José Luis de Vicente
Preis: £ 6.50
Kartografieren Sie die europäische Kultur-Blogging-Szene
Als Teil einer laufenden Serie über die Erkundung von Kulturblogs in Europa, hat LabforCulture eine interaktive Karte der europäischen Kultur-Blogging-Szene ins Leben gerufen. Sie können zu dem Projekt beitragen, indem Sie Ihren eigenen Blog und / oder Ihren Lieblingsblog in die Karte eintragen. Wir haben die Blogs aus dieser Serie bereits eingestellt, sowie weitere kulturelle Blogs, die von unserer Redaktion ausgewählt wurden. Jetzt können Sie Ihre Spuren hinterlassen, indem Sie Ihren mit einem Lesezeichen markierten Blog einstellen.
"Blogger (...) genießen nicht unbedingt die gleiche Anerkennung und die gleichen Privilegien wie Journalisten."
Als Begründerin des höchst einflussreichen Blogs we-make-money-not-art.com wird Regine Debatty mit Spitznamen „Königin der Blogger" genannt. Sie schreibt mit Leidenschaftlich über die Schnittstellen zwischen Kunst, Design und Technologie, außerdem kuratiert sie Kunstausstellungen und spricht auf Konferenzen und Festivals über die Art wie Künstler, Hacker und Interaktionsdesigner Technologie einsetzen – oder missbrauchen. Sie spricht mit LabforCulture darüber, wie sie die Themen in ihrem Blog wählt, über ihr ökonomisches Modell (oder das Fehlen von einem!) – und dass ihr Blog sich so sehr als Teil von ihr anfühlt, wie ein Arm oder eine Lunge...
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“Am Anfang war Print der König und Online nur ein Accessoire. Jetzt ist es genau umgekehrt...”
LabforCulture spricht mit dem italienischen Medienkritiker Alessandro Ludovico, der Chefredakteur der Offline- und Online-Medienkunstzeitschrift Neural ist. Alessandro begann 1993, als die digitale Kultur noch in den Kinderschuhen steckte, Neural als Printversion zu veröffentlichen. Heute wird Neural in seiner Printausgabe einem internationalen Publikum zugestellt und die Neural-Webseite hat sich zu einer riesigen, auf Kultur spezialisierten Online-Ressource entwickelt, die von Tausenden Lesern genutzt wird. Alessandro spricht darüber, wie sich das Verhältnis zwischen Online- und Offline-Publikation in den letzten 16 Jahren verschoben hat und wie Neural geschafft hat zu überleben, während andere gescheitert sind.
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"Twitter ist eher wie ein Kaffeehausgespräch, Bloggen eher wie eine Zeitung."
LabforCulture spricht mit den spanischen Kulturbloggern Marta Peirano und José Luis de Vicente, die im Jahr 2003 maßgeblich am Launch des einflussreichen spanischen Kollektivblogs Elastico beteiligt waren. Als die Blogosphäre in Spanien noch in den Kinderschuhen steckte, begannen die Autoren von Elastico bereits über digitale Rechte und Copyleft, digitale Kunst, Videospiele und Multimedia zu bloggen. Heute sind alle vier der schreibenden Gründungsmitglieder unabhängig von Elastico einflussreich in der Kulturszene – und sie aktualisieren ihren gemeinsamen Blog seltener, nutzen ihn eher als Verwahrungsort für längere Essays und Reflektionstexte. Da sie momentan weniger Zeit zur Verfügung haben, widmen sie nun eher Twitter oder Facebook ihre Aufmerksamkeit und veröffentlichen dort kurze Nachrichten und Updates.
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"Man muss seinen eigenen Stil haben. Andernfalls geht man in der Blogosphäre unter."
LabforCulture spricht mit dem in Österreich lebenden Video-Blogger Robert Misik. In Österreich berühmt für seine Arbeit als Print-Journalist, begann der 43-jährige Misik seinen Blog zunächst als Online-Archiv für seine Zeitungsartikel. Vor rund eineinhalb Jahren wurde er zum ersten österreichischen Journalisten, der einen wöchentlichen Video-Blog veröffentlicht, welcher auf der Website der österreichischen Zeitung Der Standard erscheint. Misik glaubt, dass das Bloggen ein guter Weg für neue Autoren ist, sich Gehör zu verschaffen.
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"Ich denke, viele Kommentare/Unterhaltungen sind vom Bloggen auf andere verwandte Plattformen wie Twitter und FriendFeed abgewandert."
LabforCulture spricht mit der „hard bloggin‘-Wissenschaftlerin“ Anne Helmond, die einen Forschungsblog über die Neuen Medien schreibt – und zwar aus ihrem Blickwinkel als Dozentin der Neuen Medien an der Universität von Amsterdam. Anne verrät, wie sie als Studentin eines Master-Studiengangs mit dem Bloggen anfing und ihren Blog sowohl als Forschungsarchiv wie als Plattform für Ihre persönlichen Ansichten nutzte. Obwohl Twitter allmählich einige Aspekte des Bloggens verdrängt, glaubt Anne, dass Blogs eine entscheidende Rolle im Kultursektor übernehmen sollten und auch, dass Blogger als Journalisten mit einem anders gelagerten Repertoire an Fähigkeiten gesehen werden sollten.
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„Ich halte Bloggen oder Web-Journalismus und -Kritik für die Gegenwart und die Zukunft (...), sie gehören zu den bedeutendsten Stimmen im kulturellen Bereich."
LabforCulture interviewt den in Italien lebenden Kritiker, Kunstkurator und Journalisten Marco Mancuso, der auf digitale Kunst und Kultur spezialisiert ist. Marco ist Gründer und Direktor von Digicult, einem vielfältigen Informationskanal, dessen Schwerpunkt auf digitaler Kunst und Kultur liegt – einschließlich eines Newskanals, eines monatlichen Online-Magazins, eines audiovisuellen Podcasts und einer Kunstagentur. Mehr als 40 Journalisten, Künstler, Kuratoren und Kritiker tragen auf ehrenamtlicher Basis zu Digicult bei und halten so die Betriebskosten extrem niedrig. Marco gesteht, dass dies von entscheidender Bedeutung für das Funktionieren von Digicult ist, das über keine externe Finanzierung verfügt. Marco verrät auch die Geheimnisse seiner erfolgreichen Marketing-Strategie, die darauf angelegt ist, mehr Besucher anzuziehen - von Mailing-Listen über Google-Suchen bis zu Social-Networking. Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über Marcos Erfahrungen...
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“...wenn eine Diskussion stattfindet, dann fast immer in den Kommentaren und nicht zwischen Blogs.”
In der dritten Folge der wöchentlichen Interviews von LabforCulture zum Thema Kulturbloggen befragen wir den in Polen lebenden Experten für Neue Medien Alek Tarkowski zu seinem Blog über Kulturpraktiken in den Neuen Medien. Alek schreibt Kultura 2.0 seit 2006, dem Jahr, in dem er eine gleichnamige Konferenz mitorganisierte, in der es um Kultur in der Web-2.0-Ära ging. Lesen Sie das Interview mit Alek um herauszufinden, wie er seinen Blog nutzt, um in der kulturellen Debatte in Polen neue Themen anzuregen.
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“Blogging ist eine großartige Methode, verschiedene Diskursstränge einzuführen. Es dreht sich nicht mehr alles ausschließlich um den Kunstkritiker in der Zeitung.”
Beim zweiten Interview der wöchentlichen LabforCulture-Reihe zum Kulturbloggen treffen wir die in Schottland lebende Kuratorin und Künstlerin Michelle Kasprzak. Michelle veröffentlicht seit 2006 ihre Ansichten über das Kuratieren zeitgenössischer Kunst auf ihrem Blog Curating.info. In diesem eingehenden Interview verrät Michelle, wie ihr Blog zuerst das Licht der Welt erblickte, wie sie es managt, das Bloggen über Multitasking mit ihrem Beruf beim Scottish Arts Council zu verbinden und wie sie die ersten Schritte unternommen hat, ihren Blog auf Facebook und Google Adwords zu promoten.
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“Ich denke, Blogging ist dann wichtig, wenn du etwas zu sagen hast, das nicht gesagt wird.”
Wir beginnen die Reihe mit einem Interview von Claire Welsby, der Begründerin und Redakteurin von InterventTech.net. Claire kommt aus der zeitgenössischen Kunstgeschichte und ist derzeit Medienproduzentin des Königlichen Botanischen Gartens von Kew.
InterventTech.net wurde 2007 als Plattform für die Kunst- und Technologie-Bewegung Großbritanniens geschaffen. In diesem Interview erklärt Claire, warum sie die Webseite entwickelt hat und von den Schwierigkeiten, eine aktive und loyale User-Community zu binden und mehr Besucher zu erreichen, obwohl das Kulturbloggen derzeit noch einen Nischenmarkt bedient. Claire erzählt auch, wie sie ihre Blogging-Themen auswählt und von den diversen Möglichkeiten, Finanzierungsmöglichkeiten aufzutun.
LabforCulture ist eine Partnerinitiative der European Cultural Foundation. LabforCulture dankt seinen Förderern für Ihre Unterstützung.