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Vorbereitung auf die Zukunft

Januar 2009
Helmut Anheier

Das Wichtigste ist, dass gemeinnützige Organisationen pro-aktiv und erfinderisch sein müssen, wenn sie mittelfristig auf die Folgen der derzeitigen Krise reagieren. Doch was kann getan werden, um sich auf künftige Krisen vorzubereiten? Die Maßnahmen beinhalten:

  • Die Erkundung von institutionellen Innovationen für den gemeinnützigen Bereich in seiner Gesamtheit, z.B. eigens bestimmte Finanzinstitute für gemeinnützige Organisationen einschließlich von Versicherungsfonds, Formen der Kapitalmärkte usw. sowie kluge öffentlich-private Partnerschaften mit Gewinn/Reserve-Optionen.
  • Schaffung eines Treuhandfonds für gemeinnützige Organisationen, um qualifizierte Organisationen durch eine Periode steuerlicher Unsicherheiten, Haushaltslücken usw. zu bringen. Natürlich gibt es verschiedene Möglichkeiten einen solchen Treuhandfonds ins Leben zu rufen und ihn zu verwalten (steuerbasiert, Community Foundation-Modell).
  • Entwicklung einer Mitgliederbasis, die sowohl politisch mobilisiert werden kann, um für bestimmte Interessen einzutreten, als auch um wirtschaftliche Ressourcen zu generieren.
  • Stellen Sie als gemeinnützige Organisation Verbindung zu den für Kunst und Kultur relevanten Schlüsselpositionen oder Knotenpunkten in der Regierung her, und schaffen Sie ‚kulturelle Horchposten’ als Frühwarnsystem.
  • Investieren Sie in eine zunehmend wirksamere gemeinnützige Interessensvertretung für Kunst und Kultur und stärken Sie die Aufpasserfunktion von gemeinnützigen Organisationen.

Soziologen und Ökonomen behaupten schon seit Langem, dass Krisen ein erforderliches Korrektiv sind, Teil eines fortlaufenden Prozesses der ‚kreativen Zerstörung’, die im großen Umfang die moderne Welt geformt hat, mit der Globalisierung als jüngsten Entwicklung. Wenn dem so ist, bietet die Krise vielleicht genauso viele Chancen wie Herausforderungen. Sie wird zum Untergang einiger Institutionen und zum Aufstieg anderer führen. Einige gemeinnützige Organisationen werden gedeihen, während andere dem Untergang geweiht sind. Die alte Führung und die Eliten werden – zumindest teilweise – ersetzt. Vermutlich werden neue Finanzierungsmöglichkeiten und Wege sich zu organisieren entstehen.

Auf eine Krise zu reagieren bedeutet sowohl Unsicherheiten zu reduzieren, als auch Möglichkeiten zu nutzen. Vor allem bedarf es zur Bewältigung der Krise einer pro-aktiven Haltung seitens der kulturellen Führung in Europa – nicht, indem sie alten Wein in neuen Schläuchen fordern (wie es die amerikanischen Auto-Giganten oder die europäischen Banken und Unternehmer tun), sondern indem sie das beherzigen, für das die Kulturpolitik steht: Raum schaffen für Kreativität und Innovation sowie die Erhaltung der Errungenschaften der Vergangenheit zum Wohle aller.

Sechs Tipps, dem Sturm die Stirn zu bieten



Inhaltsverzeichnis

  1. Wie kann der Kultursektor die Finanzkrise überleben?
  2. Wie reagiert der Kunst- und Kultursektor auf die Krise?
  3. Wie sollen sich gemeinnützige Organisationen den neuen Herausforderungen stellen?
  4. Sechs Tipps, dem Sturm die Stirn zu bieten
  5. Vorbereitung auf die Zukunft



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