
Essi Aittamaa
Trans Europe Halles (TEH) interviewte 16 der 18 TEH-Mitglieder der Städte, die Europäische Kulturhauptstädte (European Capitals of Culture – ECOC) waren oder planen, es zu werden. Die Ergebnisse dieser Interviews (präsentiert von Essi Aittamaa, Marketing and Communications Manager bei Trans Europe Halles) und LabforCultures Aufnahme des Forschungsstandes wurden im Rahmen einer Paneldiskussion am 20. September 2008 im Tou Scene in Stavanger, Norwegen, zusammengeführt.
Ziel der Interviews war es, die Erfahrungen der TEH-Zentren mit dem Europäische Kulturhauptstädte-Programm abzubilden. Von Juli bis September 2008 interviewte TEH die meisten seiner Mitglieder, die auf irgendeine Weise am Programm beteiligt waren: 18 TEH-Mitglieder und eine Partnerorganisation, genauer:
Die Fragen an alle Interviewten bezogen sich auf den Einfluss des Zentrums auf das Jahr als Europäische Kulturhauptstadt und die Auswirkungen des Europäische Kulturhauptstädte-Programms auf das Zentrum, auf den unabhängigen Sektor und/oder auf die Community. Im Zeitraum von 1987 bis 2004 veränderte sich das Europäische Kulturhauptstadt-Programm signifikant und die Erfahrungen variieren entsprechend der verschiedenen Zeitperioden. Daher wurden keine Vergleiche oder allgemeinen Schlussfolgerungen gezogen, als Resultat der Interviews kristallisierten sich aber mehrere wichtige Themen heraus.
Unter den interviewten Zentren gab es nur eines, das die bewusste Entscheidung traf, nicht am Europäische Kulturhauptstädte-Programm teilzunehmen. Das lag daran, dass es einer sehr klaren Strategie folgte und in seiner Stadt keine gemeinsamen Ziele mit dem Kulturhauptstadtjahr ausgemacht hat. Auch waren die Ressourcen des Europäischen Kulturhauptstadt-Jahres begrenzt und die Gewichtung lag eher auf einem klassischen Kulturbegriff. Es wurde erwartet, dass Organisationen wie dieses Zentrum teilnahmen, ohne für ihre Bemühungen finanziell kompensiert zu werden. Alle anderen Zentren nahmen mehr oder minder am Jahr als Europäische Kulturhauptstadt teil. Für einige war die Zusammenarbeit weit reichend und sie waren in den Planungsprozess stark eingebunden. Für andere bestand ihre Teilnahme darin, Projektvorschläge einzureichen oder ein oder zwei Events zu veranstalten.
In einigen Fällen sprach die Stadt ein TEH-Mitglied an, das bei der Bewerbung oder dem Bewerbungsprozess eine Rolle übernahm. Relativ häufig reagierten die Zentren auf allgemeine Ausschreibungen für Vorschläge mit Projektvorschlägen. In anderen Fällen waren die Zentren nur der Veranstaltungsort für die Events des Europäischen Kulturhauptstadt-Programms. Es gab auch Fälle, in denen die Sanierung der Gebäude der Zentren auf der ECOC-Agenda stand. In einigen wenigen Fällen war das Engagement wesentlich tief greifender und beinhaltete eine allgemeine Planungsrolle oder eine aktive Beteiligung im Evaluationsprozess (wie im Fall von Stavanger).
Die meisten der Zentren in Europäischen Kulturhauptstädten antworteten, dass einige ihrer Vorschläge in Betracht gezogen wurden und andere nicht. Es gab ebenso viele Zentren, die meinten, ihre Vorschläge seien beachtet worden wie solche, die das Gefühl hatten, ihre Vorschläge seien nicht in Betracht gezogen worden. Die, die am Bewerbungsverfahren beteiligt waren, hatten tendenziell den Eindruck, dass ihrer Stimme Gehör geschenkt wurde.
Die Organisationen, die für das Jahr als Europäische Kulturhauptstadt zuständig waren, waren sehr verschieden und das Verhältnis der Zentren zu ihnen war dementsprechend sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite gab es Beschreibungen von unzugänglichen Organisationen ohne jede Transparenz. Andererseits gab es Organisationen, die Feedback gegenüber offen waren und mit denen die Arbeitsbeziehungen fruchtbar waren. Es scheint, dass TEH-Mitglieder im Bewerbungsprozess häufiger positive Beziehungen beschrieben, als solche, die schon an dem Jahr teilgenommen hatten.
Nur ein TEH-Mitglied, das am Europäische Kulturhauptstadt-Jahr teilgenommen hatte, sagte, dass das Jahr keinerlei Einfluss auf seine Organisation hatte. Für andere gab es irgendeinen Einfluss, ob positiv oder negativ. Die meisten Kommentare waren positiv. Das Jahr brachte Know-how in die Organisation, zum Beispiel, was die Produktion, Administration und ihre internationalen Kontakte betraf. Manchmal half die Teilnahme am Jahr als Europäische Kulturhauptstadt der Organisation, mehr Besucher und mehr Publicity zu generieren.
Die Mitglieder konnten Auswirkungen vom Jahr als Europäische Kulturhauptstadt auf den örtlichen unabhängigen Sektor feststellen. Das Jahr brachte dem unabhängigen Sektor Know-how und in einigen Fällen erhielt der unabhängige Sektor Anerkennung als wichtiger Akteur in seiner Region. Es wurden auch konkrete Aktivitäten erwähnt, wie der Beginn eines neuen Festivals während des Jahres als Europäische Kulturhauptstadt und dessen Fortsetzung nach dem Jahr. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass die Langzeiteffekte des Jahres von einigen Interviewpartnern bezweifelt wurden.
Gelegentlich stellten die TEH-Mitglieder einen Einfluss auf die Besuchergruppen oder die Communities in der Region fest. Insgesamt konnten sie jedoch keine bedeutenden Auswirkungen des Europäischen Kulturhauptstadt-Jahres auf ihre örtlichen Communities und Besucher feststellen.
Die meisten Mitglieder waren sich der Evaluation der Auswirkungen von Europäischen Kulturhauptstädten bewusst. Es gab auch kritische Stimmen zu diesen Auswirkungen. Die meisten TEH-Mitglieder waren auch Teil der ECOC-Evaluation bestimmter Städte, in denen sie tätig sind. Sie wurden interviewt oder gaben auf die eine oder andere Weise ihr Feedback.
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Kandidatenstädtekarte www.candidatecities.com
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