
Nutzen aus der Kultur ziehen: Die Auswirkungen von „Europäischen Kulturhauptstädten“ auf den lokalen unabhängigen Sektor
Einleitung: Katherine Watson
Zwischen 2007 und 2019 könnten sich laut einer kürzlich gelaunchten Webseite für die Vereinigung der Bewerberstädte zur Kulturhauptstadt Europas ganze 180 Städte um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ bewerben. Da immer mehr Städte um den Titel konkurrieren, hat LabforCulture gemeinsam mit Trans Europe Halles, einem Netzwerk unabhängiger Kulturzentren mit 49 Mitgliedern in 25 Ländern, die bestehende Forschung zum Thema untersucht.
Unser besonderer Fokus lag darauf, Untersuchungen zu finden, die die Auswirkungen von Europäischen Kulturhauptstädten (European Capitals of Culture – ECOC) auf lokale unabhängige kulturelle Aktivitäten und auf kulturelle Zusammenarbeit zwischen lokalen Communities in ganz Europa berücksichtigten.
Viele der Trans Europa Halles-Mitglieder haben entweder an einem Europäische Kulturhauptstadt-Programm teilgenommen oder waren bzw. sind an einer Bewerbung ihrer Stadt oder Region beteiligt. So wie jedes Mitglied des Trans Europe Halles-Netzwerks seinen eigenen einzigartigen und unverwechselbaren Charakter hat, ist die Kulturhauptstadt-Erfahrung jeder Stadt anders. Nichtsdestotrotz war es offensichtlich, dass es viel Wissen und Erfahrung gab, die weitergegeben werden konnten, besonders da eine zunehmende Anzahl örtlicher Kulturorganisationen involviert sind.
Lidia Varbanova, Redakteurin des Forschungsressourcen-Bereichs von LabforCulture, hat eine Aufnahme des Forschungstandes vorgenommen. Obwohl eine der Teilnahmevoraussetzungen für Städte am Europäische Kulturhauptstadt-Programm das, Einbeziehen der Menschen vor Ort und die Integration der örtlichen Kultur“ ist, stellte sie fest, dass dieser Aspekt der Erfahrungen einer Stadt derjenige ist, der im Großteil der Forschungsarbeiten am wenigsten beachtet und evaluiert wird. Jüngere Untersuchungen weisen eine klare Verlagerung und stärkere Konzentration auf die anhaltenden örtlichen Auswirkungen des Programms hin, wie die Untersuchungen von Lille 2004, Luxemburg 2007 und die laufende Untersuchung von Liverpool 2008 und Stavanger 2008.
Aufnahme des Forschungsstandes
|
Trans Europe Halles interviewte 16 der 18 Netzwerkmitglieder aus Städten, die Europäische Kulturhauptstädte waren oder planen, es zu werden. Die Ergebnisse dieser Interviews und die LabforCulture-Aufnahme des Forschungsstandes wurden auf einer Paneldiskussion am 20. September 2008 am Tou Scene in Stavanger, Norwegen, zusammengeführt – einem der Diskussion angemessene Kulisse in Anbetracht der Tatsache, dass Stavanger zur Europäischen Kulturhauptstadt 2008 ernannt wurde. |
Die Ergebnisse dieser Interviews
Teilnehmer des Trans Europe Halles-Treffens in Stavanger erfuhren auch von Mary Miller, Vorsitzende von Stavanger 2008 und von Hilmar Rommetvedt, Head of Research am International Research Institute in Stavanger (IRIS). In Kooperation mit der Universität von Stavanger führen sie umfangreiche Untersuchungen zu den Auswirkungen von Stavanger 2008 durch.
Trans Europe Halles und LabforCulture stellten folgende Fragen:
Diese Diskussion wird sicherlich fortgeführt und intensiviert werden. Erfolg auf lokaler Ebene hängt von der sinnvollen Einbindung örtlicher Organisationen zu Beginn des Bewerbungsprozesses und während der Planung und Einführung des Europäische Kulturhauptstadt-Programms ab. Raum, um Erfahrungen und Informationen auszutauschen, ist von zentraler Bedeutung.
Bildrechte:
Europäische Kulturhauptstadt 2007 www.sibiu2007.ro
Tou Scene Center for Contemporary Arts www.touscene.com
Laden Sie eine PDF-Version des kompletten Artikels herunter.
LabforCulture ist eine Partnerinitiative der European Cultural Foundation. LabforCulture dankt seinen Förderern für Ihre Unterstützung.