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Lille und Nantes. Zwei Städte

Nantes und Lille gehören zu Frankreichs 10 größten Städten. Nantes Métropole, die Stadtregion von Nantes und Lille Métropole, die Stadtregion von Lille gehören zu den größten zusammengeschlossenen Gemeinden im Land. Lilles geografische Lage - nicht weit von Großbritannien, nahe den Niederlanden und direkt neben Belgien - stellt einen echten Vorteil für die Entwicklung regionaler und grenzübergreifender Initiativen dar. Nantes ist eine Hafenstadt, weltoffen.

Lille und Nantes haben eine gemeinsame industrielle Vergangenheit, die Spuren in ihrer Stadtlandschaft und ihrer Identität hinterlassen hat. In den späten achtziger Jahren war Nantes stark von Deindustrialisierung betroffen; dies führte zur Schließung der Werften, ließ die Wirtschaft in Talfahrt zurück und die Stadt in einem Dornröschenschlaf. Von der Textilindustriekrise, die in den frühen siebziger Jahren begann und bis in die neunziger Jahre andauerte, und der Minenindustriekrise zur gleichen Zeit war die ganze Region Nord-Pas-De-Calais betroffen.

Dank der Umstrukturierung und der Modernisierung in den neunziger Jahren waren Lille und seine Umgebung in der Lage sich aus der Krise herauszuziehen. Jedoch bleibt der Zustand der Region fragil.

Lille und Nantes haben beide erfolgreich auf Kultur als Entwicklungshebel gesetzt; das hat beiden Städten Energie gegeben, ihr Image verbessert und ihr Profil gestärkt.

MANNIGFALTIGE INITIATIVEN, LEBENDIGES KULTURLEBEN

Industrielles Ödland: Aufgegebenen Gegenden einen neuen Platz und Zweck geben

Viele der aufgegebenen Orte, die von der industriellen Vergangenheit übrig geblieben sind, wurden in kulturelle Orte umgewandelt, die jetzt den Reichtum und die Einzigartigkeit der Kulturlandschaft der zwei Städte ausmachen. Beispiele dafür sind unter anderem das Maison Folie Wazemmes und das Maison Folie Moulins, den Prato in Lille, die Condition publique in Roubaix und das Lieu Unique und die Machines de l’Île in Nantes.

Ein Kulturleben, durchsetzt von bedeutenden Events

Bedeutende Ereignisse beleben das kulturelle Leben von Lille und Nantes. Sie führen zu nationaler und internationaler Aufmerksamkeit, galvanisieren die ganze Stadt um einzelne Events, besetzen öffentlichen Raum und bringen den Einwohnern Kultur näher.

Lille 2004, Europäische Kulturhauptstadt 2004, gab der Region wirklich Auftrieb und veränderte ihr Image. Besonders bedeutsam: Es führte zur Entstehung der maisons Folies und übt durch Lille 3000 weiter Einfluss aus (Bombaysers De Lille, Futurotextiles, etc.).

Was Nantes anbetrifft, so tragen große Events wie das Estuaire Nantes – Saint Nazaire, die Compagnie Royal de Luxe und das Folle Journée de Nantes alle dazu bei, das Prestige der Stadt zu beleben und zu erhöhen.

Kulturelle Einrichtungen, welche die zwei Städte und ihr Umland miteinander verknüpfen

Lille und Nantes verfügen über ein reiches und mannigfaltiges Netzwerk von kulturellen Einrichtungen, die die Städte aneinander binden und diverse multidisziplinäre Programme bieten.

Eine dynamische Stadtregion

Die zwei Metropolengebiete rühmen sich einer Reihe kultureller Akteure, die tief greifende, qualitativ hochwertige Arbeit mit Einwohnern leisten. Dieser Prozess zieht eine Reihe von mit Einwohnern gemeinsam organisierte Initiativen und Events nach sich, die das Kulturleben der Städte durchsetzen und beleben.

Eine Brücke zwischen den beiden Städten

Call 911 in Lille und PickUp Production in Nantes widmen sich der Entwicklung und Verbreitung von Hip Hop-Kultur. Sie sind beide Teil eines Netzwerkes von Gruppen, die Hip Hop-Festivals in Frankreich organisieren - ein gutes Beispiel für eine kulturelle Brücke zwischen den beiden Städten.

ZWEI SICHTWEISEN: EIN ÜBERBLICK ÜBER DIE KULTUR IN NANTES UND ÜBER EINZELERFAHRUNGEN IN LILLE

Hier bieten wir unterschiedliche Sichtweisen auf die beiden Städte und die sie umgebende Region. Während wir für Nantes beschlossen haben, einen Überblick über die Events, die Einrichtungen und die Vereinigungen, die das Kulturleben von Nantes ausmachen zu vermitteln, haben wir uns entscheiden, in Lille einzelne kulturelle Akteure zu treffen, um zu hören, was sie über ihre Arbeit zu sagen haben.

Die Untersuchung von Nantes bietet einen groben Überblick über die kulturellen Initiativen der Region. Demgegenüber liefert die Untersuchung von Lille Beispiele von Kulturprojekten, die die Stadt als Treffpunkt unterschiedlicher Welten und Kulturen aufzeigen.

Naïs Bediat für Banlieues d'Europe
Pascal Couffin, Fragil, für Banlieues d'Europe. Fotorechte Nantes: Valérie Pinard
gemeinsam mit Jean Hurstel (Vorsitz) und Sarah Levin (Direktor)
Myriam Bentoumi (Multimedia)
Elodie Fond (Retranscriptionen)


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