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Kulturelle Zusammenarbeit und Mobilität beeinflussende nationale Regelungen in Europa

Eine Übersicht der Forschungsergebnisse

von Andreas Joh. Wiesand, ERICarts Institute

Erstellt im Rahmen des Gateway to European Cultural Cooperation Projekts (G2CC), gefördert von der Europäischen Union, Generaldirektion Bildung und Kultur, Dezember 2004 – Dezember 2006

Ziel dieses Berichts ist es, die positiven Einflüsse und Auswirkungen nationaler Regelungen zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit in Europa einzuschätzen sowie Hemmnisse aufzuzeigen. Aktuelle, auf europäischer Ebene durchgeführte Studien und die Informationen des 39 Länder umfassenden “Compendium of cultural policies and trends” bildeten die zentrale Grundlage für die Bewertung der Regelungen, Programme und Instrumente, welche die grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Kunst und den Medien prägen oder beeinflussen. Die Ergebnisse deuten mögliche Strategien für Maßnahmen auf europäischer Ebene an.

Der Bericht unterscheidet zwischen “nationalen Regelungen und Praktiken” – manchmal auch als “ kulturelle Diplomatie” bezeichnet (d.h. sich direkt auf europäische, regionale oder bilaterale grenzübergreifende kulturelle Zusammenarbeit beziehende Regelungen und Praktiken), und “ innenpolitischen Regelungen und Praktiken bzw. Rahmenbedingungen, die diese Zusammenarbeit beeinflussen”.

Bezüglich der Organisation von kultureller Diplomatie zeigt die Untersuchung von 44 Ländern, dass:

  • in über zwei Dritteln der Länder die Verantwortung für kulturelle Zusammenarbeit von verschiedenen Ministerien geteilt getragen wird, üblicherweise von dem für das Auswärtige und dem für Kultur zuständige.
  • die Mitgliedschaft offizieller, für regionale Zusammenarbeit zuständiger Institutionen, die für die Kultur relevant sind, sehr hoch ist, besonders in Zentral- und Osteuropa, manchmal aber eher aus politischen Erwägungen heraus, als zur Verbesserung der kulturellen Zusammenarbeit.
  • es einen Trend weg von Kultureinrichtungen mit vielen Beschäftigten und hin zu individueller Förderung von ausgewählten, zeitlich begrenzt stattfindenden Veranstaltungen mit hoher öffentlicher Sichtbarkeit gibt.
  • es einen wachsenden Trend in der grenzübergreifenden Zusammenarbeit gibt, zu Aktivitäten, die außerhalb des unmittelbaren Bereichs von Nationalregierungen liegen. Einige von ihnen mögen öffentliche Einrichtungen auf lokaler oder regionaler Ebene involvieren, aber die meisten von ihnen können vermutlich als „direkte Zusammentreffen” zwischen Kulturschaffenden bezeichnet werden.
  • es jedoch eine merkliche „ Verschärfung der Kontrolle” auf Seiten der nationalen Regierungen gibt, ob durch besondere rechtliche oder politische „ Rahmenbedingungen“, von denen viel kultureller Austausch immer noch abhängt (z.B. über Visa oder Arbeitsgenehmigungen) oder durch „ Vertragsfinanzierung” und andere Kontrollmechanismen.

Eine Einschätzung der Haupttrends in der inhaltlichen Gestaltung von ausländischen Kulturbeziehungen führt zu dem Ergebnis, dass:

  • stärker „d ialog-orientierte Ansätze” nach und nach einige der einseitigen Aktivitäten ersetzen.
  • Medien- und Kulturindustrien im Rahmen der kulturellen Diplomatie nun mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, genauso wie der nationalen „ Image-Bildung” durch Kultur (z.B. über das kulturelle Erbe und den damit verbundenen Tourismus).
  • In nahezu allen zentral- und osteuropäischen Ländern, sind die Beziehungen zu den Auswanderer-Communities („Diaspora”) von großem Interesse für die Entscheidungsträger.

Für die Innenpolitik und die für grenzübergreifende Kooperationsprojekte relevanten Rahmenbedingungen oder mobile Künstler und andere Kulturschaffende stellte sich Folgendes als besonders wichtig heraus:

  • Individuelle Förderprogramme für Künstler und Journalisten, einschließlich Reisekostenbeihilfen und Residenzprogramme, deren Ziele und Zielorte vom Staat und anderen finanzierenden Einrichtungen bestimmt werden.
  • Öffentliche Maßnahmen zur „Marktförderung” für Kunstwerke und die Kulturindustrien, wie z.B. Regelungen des Inhalts von Medien oder die Kunstförderung im Ausland (z.B. über Kunstmessen, Übersetzungen etc.).
  • „Unterstützung in der Verbreitung“, einschließlich auf internationalen Kunstfestivals;
  • Rechtliche und soziale Rahmenbedingungen, z.B. in Bezug auf Steuerregelungen und soziale Absicherung.

Maßnahmen seitens der EU (oder einiger ihrer Mitgliedsstaaten) könnten letztere dieser Kategorien betreffen, indem sie die rechtlichen und sozialen Bedingungen für mobile Künstler schaffen und gemeinsame „europäische Kultureinrichtungen” in einigen Weltregionen aufbauen könnte.

National Policies Influencing Cultural Cooperation and Mobility in Europe (full text)

International Cultural Cooperation – Organisation and Trends in 44 European Countries (comparative table)

www.culturalpolicies.net

Chapters on International Cultural Cooperation as part of the Cultural Policy Profiles
Compendium of Cultural Policies and Trends in Europe (www.culturalpolicies.net)
Each chapter contains:

  • Overview of main structures and trends
  • Public actors and cultural diplomacy
  • European / international actors and programmes
  • Cross-border intercultural dialogue and co-operation
  • Other relevant issues

Albania

Armenia

Austria

Azerbaijan

Belgium

Bulgaria

Croatia

Denmark

Estonia

Finland

France

Georgia

Germany

Greece

Holy Sea

Hungary

Ireland

Italy

Latvia

Lithuania

Macedonia

Malta

Moldova

Monaco

The Netherlands

Norway

Poland

Portugal

Romania

Russia

San Marino

Serbia

Slovakia

Slovenia

Spain

Sweden

Switzerland

Ukraine

United Kingdom

   

 

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