
Wir berücksichtigen vorrangig Projekte von Organisatoren aus zwei oder mehr Ländern, die ko-produzieren oder zusammenarbeiten, oder Projekte mit einem hohen Maß an Kooperation in Bezug auf ihre Ziele und Inhalte.
Transversalität: Die Projekte zeigen interdisziplinäre Methoden in der Kunst, schaffen Beziehungen über den traditionellen Kultursektor hinaus und streben in der Zusammenarbeit an, bereits bestehende Verbindungen oder Hierarchien zu überschreiten.
Innovation: Die Projekte kombinieren Ressourcen (personelle, finanzielle, materielle usw.) und Elemente des kreativen Prozesses auf neuartige Weise, um kreative Potenziale anzuregen.
Intrakulturalität & Interkulturalität: Die Projekte zeigen die Bedingungen und Hindernisse auf, die kulturellen Austausch und Dialog erschweren.
Interlokale Beziehungen: Die Projekte zeigen verschiedene Aspekte unterschiedlicher lokaler Begebenheiten auf und dienen der Bewertung von Auswirkungen kultureller Aktionen auf die Dynamik lokaler Entwicklungen.
Wenn Sie ein interessantes grenzüberschreitendes Projekt haben, freuen wir uns auf Ihre Nachricht! Kontaktieren Sie uns und senden Sie uns Ihr Projekt über die Funktion „Neue Inhalte hinzufügen“.
Voraussetzungen
Die europäische kulturelle Zusammenarbeit erfüllt eine elementare Rolle im Vergleich der kulturellen Paradigmen, des historischen Kulturerbes und der Wertesysteme der jeweiligen Länder. Gleichzeitig bestimmt und fördert sie die kulturelle Vielfalt, indem sie Wissens- und Austauschprozesse anregt. Kulturelle Zusammenarbeit ist ein „Knowledge-Kit“, der dem Verständnis kultureller Vielfalt wie auch der Weitergabe ihrer Reichhaltigkeit dient. Die Muster kultureller Vielfalt sind Quelle künstlerischer Produktion und inspirieren neue und hybride Formen kulturellen Ausdrucks.
Kulturelle Zusammenarbeit strebt an, ein dynamisches Tool zu sein, das die Kreativität und das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der europäischen Kulturlandschaft fördert, und nicht, unsere Erfahrungen darüber, was es heißt, „europäisch“ zu sein, zu verallgemeinern.
In diesem Sinne ist das Gateway to Cultural Cooperation (G2CC) in erster Linie ein Mittel zur Förderung, Unterstützung, Diskussion und Inspiration, das sich nicht ausschließlich an Kulturschaffende richtet. Diese Sammlung von Fallstudien und Projekten im Allgemeinen soll zu einer tiefgehenden Reflexion über die am besten geeigneten Methoden und Mittel zur Lösung der Probleme im Rahmen kultureller Zusammenarbeit beitragen.
Ziele
Das Hauptziel besteht darin, eine Auswahl von Fallstudien zu sammeln, zu ordnen, zu analysieren, zu indizieren und zu präsentieren. Sie sollen Kulturschaffenden und Kultureinrichtungen als Referenz dienen, die ihnen potenzielle Wege und Inhalte kultureller Zusammenarbeit aufzeigt.
Jeder Fall ist aufgrund seiner besonderen Merkmale einzigartig und interessant. Entsprechend erfordert jedes Projekt eine Kontext- und Merkmalsanalyse, die die Ausführung beschreibt und es ermöglicht, die eingesetzten Mittel zu bewerten.
Da diese Merkmale ein zentrales Element der Fallstudien bilden, zeigt sich, dass Erfahrungen und Kontexte nicht einfach von einer Umgebung auf eine andere übertragen werden können. Der Fallstudien-Bereich ist keine Gebrauchsanleitung, die problemlos auf jede Situation angewendet werden kann. Sonst wäre der Kontext weitgehend irrelevant – und damit würde der gesamte Ansatz im Widerspruch zu den oben genannten Voraussetzungen stehen.
Eine „Übertragbarkeit“ ist jedoch nicht ausgeschlossen. In den meisten Fällen ist es notwendig, mit einer Interpretation, Übersetzung und Anpassung an den konkreten Kontext zu beginnen. Da die Übertragbarkeit bestimmter Mittel und methodischer Ansätze wahrscheinlich ein zweitrangiges Ziel darstellt, bieten die Fallstudien in erster Linie eine Fülle von Anregungen für neue Kooperationsprojekte. Sie zeigen mögliche künstlerische Konzepte, inhaltliche Strukturen, Partnerschaftstypologien und letztlich das Potenzial auf, das neue Kombinationen, der Einsatz und die Anwendung von Partnerschaften erschließen.
Die Fallstudien (und generell die Projekte in der Datenbank) wurden nicht nur ausgewählt, um die Ist-Situation zu beschreiben. Wir hoffen, dass sie auch zu Diskussionen anregen, die die Entwicklung der kulturellen Zusammenarbeit im Sinne der geplanten Aktivitäten von LabforCulture fördern.
Felddefinition: Wie repräsentativ und signifikant sind Fallstudien?
Das Forschungsgebiet im Bereich der kulturellen Zusammenarbeit ist potenziell unbegrenzt. Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen: der Veränderung unseres Verständnisses vom geografischen Kern Europas, der Anzahl der durch die EU unmittelbar involvierten Länder, den Beziehungen mit Nachbarstaaten und der Breite und Komplexität, in der das Konzept der kulturellen Zusammenarbeit definiert wurde.
Entsprechend ist es nicht realistisch oder denkbar, repräsentative Fallstudien zu veröffentlichen. Das Hauptziel besteht nicht darin, ein statistisches Bild der heutigen Dynamik zu entwerfen, sondern darin, die Aufmerksamkeit der Kunstschaffenden auf Beispiele zu richten, die zu weiterer Reflexion anregen und Referenzen für neue Projekte bieten.
Das bedeutet eine Verlagerung vom Kriterium der Repräsentativität zu dem der Signifikanz und Sinnhaftigkeit (Daher sollte der korrekte Begriff für die Definition gesammelter Projekte tatsächlich „Fallstudien“ und nicht „beste Praxisbeispiele“ lauten). Wie signifikant und sinnvoll diese Fallstudien sind, soll von den Nutzern von LabforCulture.org. ausgewertet werden [1]. Wir freuen uns auf Ihre Meinung und Kommentare sowie auf jegliches Feedback von kulturschaffenden und geldgebenden Organisationen.
Damit Fallstudien wirklich von einer Vielzahl von Kunstschaffenden genutzt werden können, müssen diese eine breite Palette von Themen, künstlerischen Bereichen, geografischen Kontexten und operativen/methodischen Vorgehensweisen abdecken. Entsprechend ist eine geografische Differenzierung notwendig. Dabei soll nicht versucht werden, ein „repräsentatives” Gleichgewicht der Länder zu erzielen, das zu einer übertrieben vereinfachten Darstellung führen würde. Stattdessen kann jede berücksichtigte Studie als ein elementarer Ausdruck der europäischen Kulturvielfalt verstanden werden.
Die Auswahl von Fallstudien sieht eine schrittweise Implementierung vor. Nach einer anfänglichen Suchphase nach relevanten Fallstudien können Nutzer der Website weitere Informationen zu Fallstudien an das Redaktionsteam senden. So findet eine Schwerpunktverlagerung von der Suche zu einer Selektion und tiefgehenden Analyse statt, die außerdem eine raschere Implementierung der Fallstudiendatenbank erleichtert und die Möglichkeit eröffnet, breitere Erfahrungsbereiche und -sektoren abzudecken.
Methodik: Ein Raster auf Basis von Makrokriterien
Eine zentrale Aufgabe besteht darin, die Art und Weise zu analysieren, in der sich Praktiken und Mittel kultureller Zusammenarbeit auf verschiedene Ebenen kultureller Vielfalt beziehen: Im Wesentlichen kommt dies einer Analyse der verbindenden Werte zwischen verschiedenen Elementen gleich. Auf Basis einer solchen abstrakten Definition ist es möglich, einige Makrokriterien zu identifizieren, die den Rahmen der Fallstudien umreißen.
Transversalität [2]
Transversalität kann auf drei Arten verstanden werden:
1) Der Fähigkeit, kulturelle Themen zu verknüpfen, was Interdisziplinarität über den herkömmlichen Kultursektor hinaus impliziert (indem beispielsweise der wissenschaftliche, technologische oder gesellschaftliche Sektor einbezogen wird).
2) Der Fähigkeit, Kunstschaffende und Partner aus dem Kultursektor mit Akteuren und Partnern zu verknüpfen, die außerhalb des Kultursektors (in Industrie, Wirtschaft, usw.) tätig sind.
3) Der Fähigkeit, operative Tools, Logik und Paradigmen, die zu anderen Bereichen gehören, auf die Umgebung kultureller Zusammenarbeit (und im Idealfall auch umgekehrt) zu übertragen.
Innovation
Innovation sollte nicht als Fähigkeit, etwas zu erfinden, verstanden werden, sondern als Fähigkeit, vorhandene Ressourcen – seien es Personen, Geldmittel oder Materialien – kreativ zu kombinieren, um neues kreatives Potenzial zu fördern. Dabei soll ein Bezug zwischen Praktiken und Paradigmen hergestellt werden, die augenscheinlich sehr unterschiedlich sind. Innovation zeigt sich darin, wie unterschiedliche Praktiken und kulturelle Auffassungen verbunden werden. Sie ist auch in bestimmten künstlerischen Gestaltungsmitteln, in Projektausarbeitung, Unterstützungs- und Finanzierungsmethoden zu finden.
Intrakulturalität und Interkulturalität
Dabei handelt es sich um die Fähigkeit, kulturelle Vielfalt sowie die Beschränkungen und Barrieren, die den Austausch zwischen den Kulturen kennzeichnen, zu kreativem Material zu wandeln, das einen echten Dialog über die Unterschiede, Paradigmen und den „Bedeutungsraum“ unterschiedlicher Kulturen fördert. Dies könnte ein Resultat einer direkten Konfrontation (durch Migrationen) oder eine Komponente des Austausches mit unterschiedlichen Regionen sein.
Interlokale Beziehungen
Interlokale Beziehungen zeigen, dass man durch Kooperationsprojekte verbinden, vergleichen, prüfen und aus unterschiedlichem lokalen Kontext lernen kann, indem man die Auswirkungen dieser kulturellen Aktionen auf die Dynamik der lokalen Entwicklung auswertet. Beispiele hierfür sind unter anderem Beziehungen zwischen spärlich besiedelten Gegenden unterschiedlicher Länder, zwischen Stadt und Land, Stadt und Stadt und Netzwerken von Standorten.