
Kulturelle Organisationen, die um finanzielle Unterstützung ihrer Aktivitäten bemüht sind, müssen in zunehmendem Maße steuerlichen und buchhalterischen Bestimmungen gerecht werden, die ziemlich fachspezifisch klingen. Viele Wirtschaftsbegriffe sind mittlerweile auch im öffentlichen Bereich gang und gäbe, was auf generelle Kürzungen der öffentlichen Ausgaben und das ständige Bemühen um Effizienzsteigerungen zurückzuführen ist.
Um potenzielle Antragsteller zu unterstützen, deren Muttersprache nicht Englisch ist, werden im folgenden Glossar die häufigsten englischen Begriffe erklärt, mit denen Sie im Zuge der Beschäftigung mit Finanzierungsanträgen und dem Ausfüllen entsprechender Anträge zu tun haben können.
Alternative financing; Annual accounts; Assessment; Assets; Balance sheet; Break-even; Budget; Capital grant; Cash flow; Charity; Constitution, Contributed income; Corporate giving (corporate support); Cost centre; Donation; Earned income; Endowment; Financial projection; Financial statement; Foundation; Government support or funding; Grant; Guarantee; Income; Individual giving; Input(s); Legacy; Liabilities; Mécénat; Non-profit organisation; Ongoing costs; Outcomes; Outputs; Overhead expenditure; Patronage; Payroll giving; Philanthropy; Private income; Project grant; Projection (financial projection(s)); Project proposal; Pump priming grant; Referee; Revenue grant (see also Subsidy); Solvency; Sponsorship; Subsidy; Support in kind; Surplus; Sustainability; Tender; Virement;
Alternative financing (Alternative Finanzierung)
Allgemeiner Begriff für Quellen zur Unterstützung kultureller Aktivitäten, die sich nicht einfach unter die üblicheren, herkömmlichen Titel (wie etwa „Subvention“, „Erwerbseinkommen“, „Spende“, „Sponsoring“, usw.) einreihen lassen. Es handelt sich daher um einen wachsenden Bereich nicht-staatlicher Unterstützung, der sich auch von kommerziellem Sponsoring usw. unterscheidet. Diese Finanzierungsformen können von „weichen“ Krediten von Quasi-Bankinstitutionen, die ethische Kriterien zur Anwendung bringen, bis hin zu Tauschsystemen reichen, bei denen Waren und/oder Dienstleistungen von Wert ausgetauscht werden, ohne dass Geld den Besitzer wechselt.
Annual accounts (Jährliche Gewinn- und Verlustrechnung)
Eine von einem unabhängigen Dienstleister geprüfte oder für rechtsgültig erklärte jährliche Gewinn- und Verlustrechnung als Nachweis, dass eine Organisation liquid ist und alle gesetzlichen und steuerlichen Bestimmungen jenes Landes einhält, in dem sie tätig oder registriert ist. Die Stellen, bei denen man um Förderung ansucht, erwarten von den Antragstellern normalerweise ein ausgeglichenes Budget (oder schwarze Zahlen) sowie die Vorlage eines von einem unabhängigen Dienstleister für rechtsgültig erklärten Nachweises darüber.
Assessment (Beurteilung)
Immer häufiger müssen Subventionen vor der Genehmigung und danach für die vollständige Auszahlung des jeweiligen Betrags entsprechend einer Reihe von Kriterien begründet werden, wie etwa:
Assets (Aktiva)
Besitz und Eigentum mit einem berechenbaren finanziellen Wert, der insbesondere in Bezug auf zukünftige Verpflichtungen festgelegt wird, oder Kosten/Schulden, die von einer Organisation verursacht werden. Dabei kann es sich um ein Gebäude, das eine Kulturorganisation besitzt, ebenso handeln wie um Urheberrechte oder Vervielfältigungsrechte für von ihr produzierte Werke.
Balance sheet (Bilanz)
Eine formelle schriftliche Zusammenfassung über die Aktiva einer Organisation (Bargeld, der derzeitige Wert von Besitz und Eigentum, usw.) und deren Passiva (Verbindlichkeiten aus Geldschulden). Die Bilanz wird normalerweise entsprechend dem Geschäftsjahr erstellt. Wenn die jährliche Gewinn- und Verlustrechnung einer Organisation zeigt, dass diese nach Erhalt aller Einkünfte und Subventionen für dieses Jahr ein Defizit schreibt, könnte diese illegal tätig sein und dadurch die Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter extrem gefährden. Wenn auf der Bilanz jedoch ein Überschuss erscheint, der jegliches Defizit wettmacht, ist das Unternehmen aus juristischer Sicht als liquid zu betrachten.
Break-even (Breakeven, Gewinnschwelle)
Dieser Begriff wird sowohl bei der jährlichen Buchhaltung als auch bei der Abrechnung einzelner Projekte verwendet. Dies bedeutet, dass sich die Gesamtkosten und die Einnahmen aus allen Quellen die Waage halten, d.h. dass es weder einen Überschuss (Gewinn) noch einen Verlust zu verbuchen gibt. Für ein Projekt kann es versteckte Kosten geben, wie etwa Personalzeiten, die nicht konkret diesem Projekt zugeordnet werden, sondern in die gesamten Betriebskosten der jeweiligen Organisation fallen (siehe Cost centre/Kostenstelle).
Budget (Budget)
Die formelle Aufstellung der jährlichen Gewinne und Verluste, die eine Organisation oder ein Unternehmen im jeweiligen Jahr anstrebt. Das hängt natürlich in gewissem Maße von realistischen Projektionen ab. Das Jahresbudget einer Organisation bedarf der formellen Genehmigung durch den Vorstand oder eines gesetzmäßig ernannten Aufsichtsrats als wichtigstes Instrument der Finanzkontrolle.
Capital grant (Förderung)
Der Begriff „Capital“ bezieht sich auf Waren, wie etwa Gebäude, Maschinen und Geräte, die im Zuge der Produktion verwendet werden und die (in der Bilanz, die sogar vererbte Investitionen beinhalten kann – siehe Legacy/Vererbung) im Gegensatz zu Einnahmen oder laufenden Aufwendungen, die Aktiva einer Organisation darstellen. Förderungsanträge in Bezug auf Bauprojekte müssen wahrscheinlich den Nachweis, dass alle gesetzlichen Baubestimmungen – einschließlich dem Zugang für behinderte Menschen – erfüllt sind und die entsprechenden Genehmigungen der jeweiligen Behörden vorliegen, sowie eine Reihe konkurrierender Angebote für die gewünschten Arbeiten enthalten.
Cash flow (Cashflow)
Die Bewegung von Bargeld (Cash) auf ein Bankkonto oder von einem Bankkonto einer Organisation oder eines Unternehmens, die häufig als Maß für die wirtschaftliche Rentabilität herangezogen wird. Wird manchmal auch als Liquidität bezeichnet. Es ist sehr wichtig für Non-Profit-Organisationen sicherzustellen, dass während des Jahreszyklus jederzeit genügend Geld auf der Bank liegt, um Gehälter, Rechnungen, usw. zu bezahlen.
Charity (Wohltätigkeit)
Abgeleitet von dem Spruch „Liebe deinen Nächsten“ (ähnlich dem aus dem Griechischen stammenden Begriff „Philanthropie“) bezog sich dieser Begriff zunächst neben der Anwendung des Armenrechts durch Regierungsstellen, lokale Behörden und die Kirche auf wohltätige Spenden für Bedürftige. Mittlerweile wurde der Begriff „Wohltätigkeit“ ausgedehnt und bezieht sich generell auf „wohltätige Einrichtungen“, d.h. jede Organisation, die rechtmäßig als Non-Profit-Organisation eingerichtet ist und deren Tätigkeit in irgendeiner Form der Öffentlichkeit zugute kommt. Innerhalb von Europa bezieht sich dies auf den rechtlichen Status der meisten Kulturorganisationen auf dem unabhängigen Sektor, obwohl Regierungsstellen oft dazu neigen (z.B. im Zusammenhang mit Lotterien), eine traditionellere Sicht von „Wohltätigkeit“ anzuwenden, bei der es hauptsächlich um soziale Wohlfahrt und die Gesundheit der Gemeinschaft geht.
Constitution (Verfassung)
Bezieht sich im weitesten Sinn auf die rechtlichen Gründungsdokumente einer Organisation, in denen deren Ziele und Wirkungsweise festgelegt sind. Wird häufig formeller als „Treuhandvertrag“, „Memento“ oder „Satzung“ bezeichnet. Die Geldgeber können einen Nachweis über den rechtlichen Status der Antragsteller verlangen (z.B. die offizielle Registrierungsnummer oder gesetzliche Referenz).
Contributed income (Eingebrachtes Einkommen)
Geld, das man von Non-Profit-Organisationen erhalten hat und im Budget ausgewiesen wird und das weder „Subventionen“ noch „Einkünfte“ durch Handelsgeschäfte darstellt. Dazu können Sponsoring, Schenkungen oder steuerbegünstigte Spenden durch Einzelpersonen oder Privatfirmen zählen.
Corporate giving / corporate support (Spenden/Unterstützung durch Unternehmen)
Geldmittel (oder manchmal Waren oder Dienstleistungen in Sachmitteln), die externen Organisationen durch Privatunternehmen zuteil werden. Dies kann sich auf Schenkungen oder Sponsoring beziehen.
Cost centre (Kostenstelle)
Ein Begriff aus der komerziellen Buchhaltung, der vermehrt auch im kulturellen Non-Profit-Bereich verwendet wird. Das Ziel besteht darin, ein wesentlich transparenteres Management-Tool für die Bewertung der wahren Kosten einer bestimmten Aktivität im Rahmen der gesamten Arbeitstätigkeit bereitzustellen. Das kann etwa die Zuteilung/Umlegung eines entsprechenden Anteils der Overhead-Kosten auf einzelne Produktionen, Konzerte oder Ausstellungen bedeuten. Auf dieser Basis zeigt die Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb eines ganzen Jahresprogramms auf, welche Aktivitäten Einnahmen gebracht haben und bei welchen Geld verloren wurde.
Donation (Schenkung, Spende)
Geldmittel (gelegentlich auch Waren), die freiwillig gegeben werden und für die im Gegenzug normalerweise kein konkreter Vorteil erwartet wird. Oft verwendet für einzelne „Spender“.
Earned income (Erwerbseinkommen)
Geld, das eine Organisation aus eigener Kraft durch Handel oder Verkauf (oder Vermietung) von Waren und/oder Dienstleistungen verdient. Das umfasst generell alle Handelsaktivitäten von Kulturorganisationen – alles vom Kartenverkauf bis hin zu Catering, Verkauf von Büchern, Katalogen, Postkarten, CDs, Videos, Kostümverleih, Ausbildung, Nutzung von Rechten und Urheberrechten, usw.
Endowment (Schenkung, Stiftung)
Der Nachlass oder die Vererbung eines dauerhaften Anlagegutes an eine Einzelperson oder eine Institution mit dem Ziel, ein Einkommen zu lukrieren, um den allgemeinen Zweck der Organisation zu fördern.
Financial projection (Finanzprognose)
Schätzungen von Einnahmen und Ausgaben für ein bestimmtes Projekt oder Werk. Kann für eine neue – oder relativ neue – Organisation auch die beste Möglichkeit sein, ihren bisherigen Erfolg darzustellen.
Financial statement (Jahresabschluss)
Die Gewinn- und Verlustrechnung einer Organisation mit einer Darstellung des letzten vollständigen Jahres (manchmal auch von drei Jahren), die von einer unabhängigen Stelle geprüft wird, um die steuerliche und rechtmäßige Redlichkeit nachzuweisen. Mögliche Geldgeber möchten manchmal auch die Bilanz mit Anlagevermögen und anderen Anlagegütern sowie Konten für jegliche mit der um Unterstützung ansuchende Organisation verbundene Stiftungen sehen.
Foundation (Stiftung)
Eine Stiftungsinstitution, die permanent zur Förderung „guter Zwecke“ eingerichtet wurde. In der angelsächsischen Welt wird dies juristisch häufig als „Trust“ (Treuhand) bezeichnet.
Stiftungen sind üblicherweise abhängig von einer erheblichen Kapitalspende einer Einzelperson oder eines Wirtschaftskonzerns (manchmal auch von Lotterien). Die Spende wird investiert, um ein Jahresergebnis zu liefern, das dann für gute Zwecke eingesetzt wird. Stiftungen können gemeinschaftlicher, unternehmerischer, staatlicher, privater oder familiärer Natur sein, und laut ihrem jeweiligen rechtlichen Status und den Gesetzen und Bestimmungen der Länder, in denen sie registriert sind, können sie möglicherweise ausschließlich Spenden gewähren, Geschäfte machen oder eine Mischung daraus praktizieren.
Stiftungen sind insbesondere in den Bereichen Gesundheit, soziale Wohlfahrt, Ausbildung und in geringerem Maße auch im Kulturbereich sehr aktiv. Sie haben meist klar formulierte Programme und Kategorien von Begünstigten, die sich von Zeit zu Zeit abhängig von den Entscheidungen der Treuhänder ändern können (die rechtmäßig für das Verhalten und die Rechenschaftspflicht der Stiftung haftbar sind). Die rechtliche Definition des Begriffes „Stiftung“ variiert von Land zu Land, so dass keinesfalls alle Stiftungen als potenzielle Geldgeber betrachtet werden können.
Government support or funding (Regierungsunterstützung oder -förderung)
Ein generischer Begriff für jährliche Geldsubventionen aus nationalen Steuergeldern durch die zentrale Regierung (normalerweise durch einen Kulturminister oder dessen Vertreter wie etwa einen Kunst- und Kulturrat) und/oder durch regionale und lokale Regierungen aus ihren eigenen Einnahmen (lokal eingehobene Steuern plus ihr umverteilter Anteil nationaler Steuergelder). Neben „direkter“ Unterstützung durch die Bereitstellung finanzieller Mittel bieten Regierungsstellen (und in manchen Ländern auch Regionen) viele verschiedene Arten von Unterstützung über gesetzgebende Maßnahmen an, und auch lokale Regierungsstellen bieten oft zusätzliche „versteckte“ Unterstützungen für Nichtregierungsorganisationen usw. an, indem sie Nachlässe bei Eigentum oder anderen Steuern gewähren.
Grant (Subvention)
Eine Summe (normalerweise aus öffentlichen Mitteln oder Steuergeldern), die der Staat oder andere öffentliche Behörden oder Stellen (z.B. Kunst- und Kulturräte) für bestimmte Zwecke gewähren, die der allgemeinen Öffentlichkeit zugute kommen. Diese öffentlichen Stellen knüpfen an diese Subventionen verstärkt Bedingungen und erwarten von den Empfängern der Subventionen zusätzlich zu den normalen gesetzlichen Anforderungen steuerlicher Verantwortung den Nachweis über „Ergebnisse“ oder „Resultate“.
Guarantee (Garantie)
Bezieht sich auf die Kunstförderung und heißt im ganzen Wortlaut „guarantee against loss“ (Verlustgarantie). Eine im Nachhinein geforderte Subvention (insbesondere häufig verwendet im Zusammenhang mit darstellender Kunst auf Tourneen), z.B. nachdem eine bewilligte Veranstaltung stattgefunden hat, bis zu einem vereinbarten Limit, um alle budgetierten Verluste oder Verdienstausfälle wettzumachen. Diese Möglichkeit kommt heute seltener zum Einsatz; dies ist primär darauf zurückzuführen, dass es für die Geldgeber am Jahresende oft schwierig war, diese Element der Ungewissheit zu erklären, aber auch auf das Gefühl, dass Kulturorganisationen versuchen, ihre eigene Buchhaltung dahingehend zu manipulieren, um das Maximum zu fordern. (Dies ist daher nicht dasselbe wie eine „direkte“ Garantie oder Sicherheit für einen Kredit.)
Income (Einkommen)
Bezieht sich auf eingehendes Geld (oder andere Aktiva). Dieses wird generell auf Jahresbasis ausgewiesen (Gewinn- und Verlustrechnung), wobei längerfristiges „Anlagevermögen“ wahrscheinlich separat in einer „Bilanz“ angeführt wird. Bei Einkommen unterscheidet man zwischen „Erwerbseinkommen“ und „eingebrachtem Einkommen“; es kann aus Verkäufen, Handel, Investitionen, Spenden, Sponsoring usw. stammen.
Individual giving (Spenden durch Einzelpersonen)
Dies sind Spenden für „gute Zwecke“ durch Einzelpersonen, die sich diese persönlich aussuchen. Diese Spenden werden manchmal über Mittelsorganisationen vorgenommen (wie etwa in Großbritannien über die „Charities Aid Foundation“), erfolgen oft aber auch direkt an die jeweiligen Organisationen. Normalerweise fördert das nationale Steuerrecht der Länder diese Art von Spenden durch Steuerbegünstigungen für die Einzelperson und/oder den Empfänger der Spende. Die Höhe der steuerlichen Begünstigung kann von der Dauer abhängen, für die man sich zu spenden verpflichtet (eine einmalige, für drei oder sieben Jahre bindende Zusage, usw.). Arbeitgeber können auch vom Gesetz her ermächtigt werden, diesen Prozess zu unterstützen, indem sie die freiwillige Zustimmung ihrer Mitarbeiter zu spenden durch monatliche Gehaltsabzüge für ausgewählte „gute Zwecke“ sicherstellen („Spenden mittels Gehaltsabzug“). Individuelle Spenden für Kunst und Kultur in den USA, wo die Steuerbegünstigungen besonders hoch sind, stellen den größten Anteil aller privaten Spenden dar.
Input(s) (Einsatz/Einsätze)
Fachbegriff für das Geld und alle anderen Ressourcen, die einem bestimmten Projekt oder Werk zugeteilt werden.
Legacy (Vererbung)
Ein Nachlass oder Geschenk, das in einem Testament vermacht wurde und den genannten Personen oder Organisationen nach dem Tod der jeweiligen Person zugute kommen soll. Dies ist in der amerikanischen Kulturlandschaft ein wichtigeres Element als in Europa, wird aber heute als ein Bereich mit erheblichem Potenzial betrachtet. Es kann sich dabei um eine bestimmte Summe in bar, ein Geschenk in Form von Aktien oder Investitionen handeln, die der begünstigten Organisation rechtmäßig überschrieben wurde.
Liabilities (Passiva)
Schulden oder finanzielle Verpflichtungen, die eine Organisation eingegangen ist und die sie zu einem (normalerweise konkret festgelegten) Datum in der Zukunft begleichen muss.Dies wird im Allgemeinen im geprüften Jahresabschluss und in der Bilanz festgehalten und den Aktiva im Rahmen einer wichtigen Solvenzprüfung gegenübergestellt.
Mécénat (Mäzen)
Der französische Begriff, der den Begriffen „Sponsorship“ und „Sponsoring“ sehr ähnlich ist, leitet sich vom Namen Maecenas ab, einem wichtigen Schutzherren der Literatur unter dem römischen Kaiser Augustus gegen Ende des 1. Jahrhunderts v.Chr. und in gewisser Weise ein inoffizieller Diplomat im Auftrag des Kaiserreichs. Die wörtliche Bedeutung des Begriffs in seiner heutigen Verwendung in lateinbasierten Sprachen hat folglich und relativ irreführend mehr mit der persönlichen Schirmherrschaft reicher Personen (und externer nationaler Kulturinstitute) als der Wirtschaft als solcher zu tun.
Non-profit organisation (Non-Profit Organisation)
(Manchmal auch als „Not-for-Profit“ bezeichnet.) Organisationen, die rechtmäßig gegründet wurden, um in irgendeiner Form dem öffentlichen Wohl zu dienen, wodurch sie einen privilegierten Steuerstatus im Gegenzug dafür genießen, dass sie „den Gewinn nicht verteilen“, d.h. jeglicher Gewinn kann nicht als „Profit“ herausgenommen und an die Aktionäre (oder Interessenten) verteilt werden, sondern muss für dieselben Ziele verwendet werden, für die die Organisation rechtmäßig gegründet wurde. In manchen Ländern ist es jedoch rechtlich möglich, dass wohltätige und Non-Profit-Organisationen Handelsstellen betreiben, deren Profit zurück an die ursprüngliche wohltätige Organisation geleitet wird, um deren rechtmäßige Ziele zu unterstützen.
Ongoing costs (Laufende Kosten)
Regelmäßige Ausgaben einer Organisation im Zuge ihres normalen Arbeitsprogramms. Diese werden oft nicht durch (öffentliche oder private) Geldgeber übernommen, wenn sie Projekte subventionieren, bei denen sie wissen möchten, welchen Mehrwert sie damit ermöglichen.
Outcomes (Resultate)
Resultate sind spürbare Auswirkungen einer Aktion oder eines Prozesses, die entweder kurz- oder langfristig beurteilt werden können. Diese Auswirkungen können künstlerischer, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Natur sein oder eine Kombination daraus darstellen.
Outputs (Ergebnisse)
Die definierten Ergebnisse eines Prozesses, die normalerweise in Zahlen oder in anderer, vorab festgelegter oder ersatzweiser Art messbar sein sollten. Diese können etwa finanzieller Natur sein und Einkommen aus dem Kartenverkauf darstellen oder demografischer Natur sein und Besucherzahlen oder die erzielte soziale Reichweite zum Inhalt haben.
Overhead expenditure (Overhead-Kosten)
Die laufenden und unvermeidbaren Verwaltungskosten einer etablierten Organisation – Gehälter, Miete, Telefon, Postgebühren, Briefpapier, Versicherung oder regelmäßige Reisekosten. Dies ist manchmal ein Problem bei Anträgen, da die Geldgeber – öffentliche ebenso wie private – ihre Beiträge lieber in konkrete Aktivitäten statt für Verwaltungsaufwände investiert sehen möchten.
Patronage (Schirmherrschaft)
Private finanzielle Unterstützung und Ermutigung durch einen Schirmherren (Einzelperson oder Unternehmen).Ursprünglich wurde der Begriff stark mit Philanthropie (siehe Mécénat/Mäzen) assoziiert, doch wird er heute wesentlich allgemeiner verwendet.
Payroll giving (Spenden mittels Gehaltsabzug)
Rechtmäßg erlaubte Methode zur Förderung steuerbegünstigter, regelmäßiger Spenden durch Einzelpersonen an wohltätige Organisationen durch den Abzug vereinbarter Beträge von den regelmäßigen Gehältern der Mitarbeiter durch die Arbeitgeber. Normalerweise bemühen sich die Arbeitgeber um die freiwillige Zustimmung der Mitarbeiter zu einer beschränkten Liste namentlich genannter „guter Zwecke“.
Philanthropy (Philanthropie)
Wohltätigkeit, üblicherweise auf breiter Basis oder allgemeiner Natur. Der Begriff wird insbesondere in den USA und in Nordamerika verwendet, wo Spenden durch Einzelpersonen und Unternehmen (und die zur Förderung nötigen steuerlichen Bestimmungen) ein wichtigeres Element der steuerlichen Unterstützung für Kultur und Kulturerbe darstellen, als dies normalerweise in Europa der Fall ist, wo sich nach dem Zweiten Weltkrieg Wohlfahrtssysteme entwickelten.
Private income (Privates Einkommen)
Für eine Kulturorganisation ist dies Geld, das von anderen Quellen lukriert wurde als durch Subventionen oder selbst generierte Geschäfte (siehe Contributed income/Eingebrachtes Einkommen).
Project grant (Projektsubvention)
Jede Subvention, die in Verbindung mit einem bestimmten Werk oder einer bestimmten Produktion erteilt (oder beantragt) wurde, d.h. zusätzlich zum regelmäßigen, laufenden Arbeitsprogramm einer Organisation. Aus Sicht der Geldgeber ist dies wahrscheinlich eine einmalige Unterstützung, oder sie wird mit der Erwartung erteilt, dass die unterstützte Organisation zu gegebener Zeit nachweisen können wird, dass daraus ein identifizierbarer Mehrwert entstanden ist.
Projection (financial projection(s)) (Vorschau/Finanzprognose(n))
Der „Forecast" oder die Schätzung von Einnahmen und Ausgaben in einem zukünftigen Jahr oder bestimmten Zeitraum (z.B. Dreijahreszyklus), normalerweise auf Basis der aktuellen „realen“ finanziellen Lage und unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und wahrscheinlichen Zukunftstrends, die darauf Einfluss haben könnten. Wirtschaftsunternehmen erstellen Prognosen über den Gewinn der kommenden Jahre, während von Non-Profit-Organisationen erwartet wird, dass sie eine Prognose über einen Überschuss oder zumindest Breakeven abgeben.
Project Proposal (Projektvorschlag)
Die formelle schriftliche Vorlage eines geplanten Projekts bei einem potenziellen Partner oder Geldgeber. Dieser Vorschlag entspricht zumeist einer Beschreibung des geplanten Projekts oder Unterfangens, der Art und Weise der erfolgreichen Umsetzung, der sich daraus ergebenden Vorteile und wer davon profitieren wird usw. Er sollte darüber hinaus klar festlegen, inwieweit der Vorschlag den übergreifenden Zielen der eigenen Organisation und jenen des potenziellen Partners/Geldgebers entspricht. Es handelt sich wahrscheinlich um ein limitiertes Werk, das separat vom laufenden Programm einer Organisation identifiziert werden kann. Um die Investition zu rechtfertigen, werden die Geldgeber vermutlich die Versicherung verlangen, dass sich das Projekt ggf. in Zukunft selbst erhält (siehe Sustainability/Nachhaltigkeit).
Pump priming grant (Starthilfe)
Eine einmalige Subvention als Starthilfe für eine bestimmte Aktivität oder ein bestimmtes Unterfangen, normalerweise mit der Erwartung, dass der Antragsteller in Zukunft die volle Verantwortung für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Aktivität übernimmt, ohne eine weitere finanzielle Unterstützung vom Geldgeber zu verlangen.
Referee (Bürge)
Manchmal wird ein Bürge bei Subventionsanträgen zur Gegenzeichnung gebeten, um für die finanzielle Aufrichtigkeit der Organisation und deren Vergangenheit zu garantieren. Dabei sollte es normalerweise um eine beruflich oder gesellschaftlich angesehene Person handeln, die die Arbeit der betreffenden Organisation seit mindestens einem Jahr kennt.
Revenue grant, see also Subsidy (Einkommenssubvention, siehe auch Subsidy/Unterstützung)
Subventionshilfe von öffentlichen Behörden als Beitrag zum Ausgleich des Budgets von Kulturorganisationen oder kulturellen Institutionen für ihr normales, regelmäßiges, das ganze Jahr laufende, bewilligtes Programm von Aktivitäten (manchmal auch als „laufende Aufwendungen“ bezeichnet).Dies kann abhängig von der positiven Bewertung und Validierung und den konkreten Subventionsregelungen im jeweiligen Land entweder bis auf Widerruf als jährliche, regelmäßige Zuwendung oder andernfalls als Zuwendung für einen festgelegten Zeitraum (z.B. drei oder fünf Jahre) angesehen werden.
Solvency (Solvenz, Liquidität)
Der Zustand, ausreichend Geld oder Aktiva zu haben, um alle bestehenden Verpflichtungen erfüllen zu können. Dabei geht es um die steuerliche Überprüfung, bei der festgestellt wird, ob eine bestimmte Organisation rechtmäßig vorgeht.
Sponsorship (Sponsoring)
Technisch gesehen ist das der Akt der Unterstützung wohltätiger Aktivitäten durch die Bereitstellung einer vereinbarten Geldsumme im Voraus.In der Praxis ist dies ein für beide Seiten förderliches „Geschäft“ zwischen Wirtschaft und Kunst, das im Rahmen der Marketingstrategie eines einzelnen Unternehmens zur Anwendung kommt.Die englische Terminologie in Bezug auf den Kontext mit Kultur und Sport geht vorrangig auf die US-amerikanische und nicht auf die europäische Praxis zurück. Es muss auch erwähnt werden, dass dieser Begriff in Großbritannien selbst als etwas passé betrachtet wird und nach „Gönnerschaft“ klingt (obwohl es eine exakte Beschreibung der Praktiken in den 1980ern/90ern war). Der private Sektor versucht derzeit, sich von der engen Definition von „Sponsorship“ zu lösen und möchte vielmehr ein wesentlich dynamischeres Konzept von Partnerschaft fördern.Kulturorganisationen müssen überzeugt davon sein, was sie in den (zeitlich beschränkten) Deal einbringen und dürfen ihr Angebot im irrigen Glauben, dass sie um eine wohltätige Gabe bitten, nicht zu billig „verkaufen“.
Subsidy (Unterstützung)
Vom Staat, von regionalen/lokalen Behörden oder anderen öffentlichen Stellen (z.B. Kunst- und Kulturräten) bereitgestelltes Geld.Wird normalerweise wohltätigen oder Non-Profit-Organisationen angeboten, um die Bereitstellungen von Dienstleistungen für die Öffentlichkeit sicherzustellen oder um den Preis von Waren auf einem angemessenen Niveau zu halten und daher den Zugang zum Kunst- und Kulturangebot für alle Bereiche der Gesellschaft als klares politisches Ziel zu verstärken.
Support in kind (Unterstützung in Form von Naturalien)
Beiträge zu den Aktivitäten oder zur Führung von Non-Profit-Kulturorganisationen (oder wohltätigen Organisationen generell), die nicht in Form von Bargeld erfolgen (z.B. kostenlose Nützung von Proberäumen, kostenlose Bereitstellung von Werbung, Druck, Mailings, Mentoring, Spenden eines neuen oder gebrauchten Computers oder anderer Büro- oder technischer Ausstattung). Einige Geldgeber akzeptieren eine Unterstützung in Naturalien als geschätztes Cash-Element eines ausgeglichenen Budgets, sogar einschließlich geschätzter Kosten für freiwillige Unterstützung.
Surplus (Überschuss)
Jede positive Bilanz der Geldsumme, nachdem eine wohltätige Non-Profit-Organisation die Gewinnschwelle erreicht hat (das entspricht dem Gewinn bei einem privaten Unternehmen).
Sustainability (Nachhaltigkeit)
Bezieht sich auf die Fähigkeit, eine bestimmte Aktivität in Zukunft im Rahmen der wahrscheinlich vorhandenen Ressourcen einer Organisation als Teil ihrer laufenden budgetären und verwaltungstechnischen Prozesse fortzusetzen.Sowohl öffentliche als auch private Geldgeber fordern verstärkt Rückversicherungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit, um jegliche finanzielle Unterstützung, um die sie ersucht werden, rechtfertigen zu können.Dies geht von der Ansicht aus, dass wenn eine Organisation eine neue Aktivität ernsthaft zu verfolgen gedenkt, sie auch bereit sein sollte, diese in ihren Zukunftsplänen zu etablieren.
Tender (Angebot)
Ein Vorschlag (normalerweise formell und schriftlich vorgelegt) zur Bereitstellung von Waren oder Dienstleistungen als Antwort auf ein konkurrierendes Angebot seitens des privaten oder öffentlichen Sektors.
Virement (Übertragung)
Die Übertragung von Posten von einem Konto auf ein anderes (oder von einer budgetären Zuordnung auf eine andere). Diese kann zwischen verschiedenen Titeln (z.B. von einer allgemein gewidmeten Zuordnung zu einem bestimmten Produktionsbudget) oder zwischen einem Steuerjahr und einem anderen erfolgen.Generell erfordert die Übertragung von Geldern, die eine geringfügige Höhe übersteigen, in jedem formell beschlossenen Budget die formelle Zustimmung des Vorstands.